Neue U21-Liga startet ab kommender Saison
Ab der nächsten Spielzeit wird die neu gegründete U21-Liga ihren Betrieb aufnehmen. U20-Nationaltrainer Hannes Wolf, der zugleich Sportdirektor für Nachwuchs, Training und Entwicklung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist, hat sich in einem exklusiven Interview mit SPORT1 äußerst positiv zu dieser Initiative geäußert. Die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingeführte Liga, die auf eine Forderung von Jürgen Klopp zurückgeht, wird bereits in der kommenden Saison Realität.
Wolf gratuliert Klopp zur schnellen Umsetzung
„Ich habe Jürgen schon gratuliert. Das ist wahrscheinlich die am schnellsten eingeführte Liga in der deutschen Fußball-Geschichte. Aber sie macht total Sinn“, erklärte Wolf mit spürbarer Begeisterung. Der erfahrene Trainer, der derzeit die deutsche U20-Nationalmannschaft betreut, betonte die Notwendigkeit dieser neuen Wettbewerbsplattform für junge Talente.
Entwicklungsraum für junge Spieler gefordert
Wolf hatte in den vergangenen Jahren wiederholt die Entwicklungsbedingungen für Talente in Deutschland kritisiert. Nun lobt er den Schritt der DFL in den höchsten Tönen: „Orte zu schaffen, wo du spielen und dich entwickeln kannst, und auch einen freieren und zusätzlichen Spielbetrieb zu schaffen, macht unglaublich Sinn, weil die Ausbildung weitergehen muss.“
Der frühere Bundesliga-Coach führte weiter aus: „Was Spieler zwischen 19 und 23 lernen können, ist Wahnsinn, aber wir müssen natürlich auch diese Plattform schaffen, dass sie das entwickeln dürfen. Da sehen wir immer wieder, dass Spieler noch unglaublich viel drauflegen können. Es ist super, dass sie jetzt noch eine Möglichkeit haben, mehr Spielzeit zu sammeln.“
DFL-Analyse zeigt systemischen Engpass auf
Laut DFL besteht das primäre Ziel der neuen Liga darin, „zusätzliche, qualitativ hochwertige Spielzeit für Top-Talente im Übergangsbereich auf Wettbewerbsniveau zu ermöglichen sowie die Ausbildungszeit der Talente zu verlängern“. Eine umfassende datenbasierte Analyse habe ergeben, dass „der Übergang aus dem Nachwuchs- in den Erwachsenenfußball einen bedeutenden systemischen Engpass in der deutschen Talententwicklung“ darstelle.
Die vorhandene Ligenstruktur als Übergang in die Bundesligen reiche für die meisten Spieler nicht aus, da ein strukturierter Zwischenschritt fehle. Besonders alarmierend sei der internationale Vergleich: „Hinzu kommt, dass aufgrund des deutschen Ligensystems Talente in den ersten vier Ligen deutlich weniger Spielzeit erhalten als in England, Italien und Spanien – ausgerechnet in einem Alter, in dem Spielzeit auf hohem Niveau der wichtigste Faktor für die Entwicklung ist.“
Organisatorische Details der neuen Liga
Um den organisatorischen und finanziellen Aufwand für die Klubs so gering wie möglich zu halten, finden die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Teilnahmeberechtigt sind alle 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga, wobei jeder Klub selbst entscheiden darf, ob er eine Mannschaft in die neue Liga entsendet.
Unter diesen Gesichtspunkten soll in zwei voneinander differenzierten Halbserien mit drei bis sechs Partien gespielt werden. Wenn ein Verein beispielsweise aufgrund einer Teilnahme an der Youth League zunächst nicht am Wettbewerb teilnehmen möchte, soll ihm ein Start in der zweiten Serie ermöglicht werden.
Wolf sieht Altersmischung als Chance
Dass es sich bei den Mannschaften um aus verschiedenen Altersstrukturen zusammengesetzte Teams handelt, sieht Wolf nicht als problematisch an: „In der zweiten Liga gab es in der letzten Saison – glaube ich – 19 Trainerwechsel. Das heißt, dass du sowieso immer eine Situation hast, an die du dich anpassen musst. Da geht es auch nicht darum, dass es immer einfach ist und alles total eingespielt ist.“
Er unterstrich abschließend: „Aber diese 90 Minuten auf dem Platz, auf deiner Position, auch in unterschiedlichen Situationen, die sind unersetzbar. Deswegen ist das überhaupt kein Problem, sondern ein tolles zusätzliches Angebot.“ Die neue U21-Liga verspricht somit, einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des deutschen Fußballs zu leisten.



