Münchner Innenstadt: Mega-Projekt Alte Akademie startet nach Verkauf durch
Nach zweieinhalb Jahren Stillstand in der Münchner Fußgängerzone ist die Zukunft der früheren Benko-Ruine endlich gesichert. Die Opes Immobilien Gruppe hat den Gebäudekomplex Alte Akademie offiziell übernommen und verspricht eine zügige Fertigstellung des ambitionierten Projekts.
Neuer Eigentümer mit langfristiger Perspektive
Hinter der Opes Immobilien Gruppe steht die Familie des verstorbenen Milliardärs Heinz Hermann Thiele, Gründer des Weltkonzerns Knorr-Bremse. Das Unternehmen aus Oberhaching betont, dass es die Immobilie langfristig im Bestand halten und damit als Spekulationsobjekt vom Markt nehmen wird. Geschäftsführer Jürgen Büllesbach erklärt: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden diesen Standort mit Respekt und Verantwortung entwickeln."
Die Opes Gruppe hat nicht nur das Erbbaurecht aus der Insolvenzmasse der pleitegegangenen Signa-Projektgesellschaft erworben, sondern auch das Grundstück vom Freistaat Bayern gekauft. Der Gesamtkaufpreis belief sich nach Informationen auf etwa 180 Millionen Euro, während die Baukosten auf rund 400 Millionen Euro geschätzt werden.
Ambitionierte Pläne für das Stadtzentrum
Gemeinsam mit dem Münchner Projektentwickler Hammer AG will Opes die Alte Akademie bis 2029 fertigstellen. Auf dem Gelände des ehemaligen Jesuitenkollegs und des früheren Hettlage-Kaufhauses sollen insgesamt 21.000 Quadratmeter Geschossfläche entstehen. Das Konzept sieht vor:
- Geschäfte und Gastronomiebetriebe im Erdgeschoss
- Büroflächen in den oberen Stockwerken
- Öffentlich zugänglichen Schmuckhof mit Gastronomieangeboten
- Wohnnutzung als Teil des gemischten Quartiers
Hans Hammer, CEO der Hammer AG, kommentiert: "Wir freuen uns als Münchner Familienunternehmen, dass wir mithelfen können, eine Wunde in der Innenstadt wieder zu schließen." Sein Unternehmen beschäftigt etwa 75 Mitarbeiter und hat sich fast zwei Jahre intensiv mit dem Projekt befasst.
Positive Reaktionen aus der Stadtpolitik
Stadtbaurätin Elisabeth Merk zeigt sich erfreut über die Entwicklung: "Mit der Übernahme der Alten Akademie durch Opes ist für diesen einzigartigen Ort im Herzen Münchens eine nachhaltige und zugleich qualitätsvolle Perspektive gefunden." Sie betont, dass die denkmalgerechte Entwicklung das baukulturelle Erbe der Stadt mit zukunftsweisender urbaner Nutzung verbinden werde.
Merk fügt hinzu: "Damit werde ein Ort entstehen, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Münchens auf beispielhafte Weise miteinander in Einklang bringt." Diese Vision teilt auch Opes-Geschäftsführer Büllesbach, der verspricht: "Wir wollen sie den Münchnern und ihren Gästen rasch in neuem Glanz zurückgeben als einen attraktiven urbanen Ort, wo man aus ganz verschiedenen Gründen immer wieder gerne hingeht und dort Zeit verbringt."
Ende einer unschönen Episode
Mit dem Verkauf ist die unschöne Episode um den österreichischen Großpleitier René Benko in der Münchner Fußgängerzone endgültig beendet. Während der zweieinhalbjährigen Baupause hatten Passanten immer wieder Kommentare am Bauzaun hinterlassen, die den Stillstand des prestigeträchtigen Projekts kritisierten.
Nun soll die gesamte Münchner Innenstadt von der Wiederbelebung des Standorts profitieren. Das Projekt Alte Akademie steht symbolisch für die Wiederbelebung historischer Gebäude in modernen Stadtkonzepten und zeigt, wie private Investitionen und öffentliches Interesse erfolgreich zusammenwirken können.



