Der erste K.-o.-Gegner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM steht fest: Am Montag (22.30 Uhr, ZDF und MagentaTV) trifft die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Foxborough auf Paraguay. Die Südamerikaner sind der Prüfstein, nachdem die DFB-Auswahl zuvor gegen Ecuador mit 1:2 verloren hatte. „Das Allerwichtigste ist Geduld. Wir haben in Führung die Kontrolle verloren. Wir müssen ruhiger bleiben“, forderte Nagelsmann mit Blick auf die kommende Aufgabe.
Stimmung im DFB-Quartier: Kein freier Tag nach der Niederlage
Im DFB-Quartier in Winston-Salem herrscht konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Der Flow, der gegen Ecuador abhandenkam, soll schnell wieder hergestellt werden. Statt eines freien Tages nach dem Spiel gab es geschlossenes Training hinter Sichtschutzbanderolen im Spry Stadium. Nagelsmann hat keine Zeit zu verlieren. Kapitän Joshua Kimmich betonte: „Wir müssen die Dinge ansprechen, die wir nicht gut gemacht haben. Das wird der Trainer auch sicherlich tun. Und dann müssen wir unsere Schlüsse daraus ziehen.“
DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der als Gesprächspartner für die Medienrunde angekündigt wurde, hat mit Paraguay bereits gute WM-Erfahrungen gesammelt. 2002 traf Deutschland im Achtelfinale auf Paraguay und gewann durch ein Tor von Oliver Neuville in der 88. Minute mit 1:0. Endstation war damals das Finale gegen Brasilien (0:2). Ein Testspiel 2013 in Kaiserslautern endete 3:3, mit Toren von Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Lars Bender.
Der Gegner: Paraguay mit durchwachsenen Leistungen
Paraguay hinterließ bei dieser WM bislang keinen überragenden Eindruck. Nach einem 1:4 gegen Gastgeber USA folgte ein 1:0 gegen die Türkei und ein 0:0 gegen Australien. Für Aufsehen sorgte die Rote Karte für Miguel Almirón gegen die Türkei, weil er sich bei einem Wortwechsel den Mund zuhielt – nach neuester FIFA-Regel verboten. Gegen Deutschland ist der Offensivakteur jedoch wieder spielberechtigt.
Personal: Nagelsmann setzt auf Kontinuität
Gegen Ecuador vertraute Nagelsmann auf personelle Kontinuität. Manuel Neuer bleibt die Nummer eins im Tor, Joshua Kimmich verteidigt rechts. Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic müssen sich im zentralen Mittelfeld beweisen, Deniz Undav bleibt der Joker. Sollte Nathaniel Brown nach seinen Adduktorenproblemen rechtzeitig fit werden, wäre das eine Verstärkung. David Raum konnte ihn als linker Außenverteidiger zuletzt nicht adäquat ersetzen.
Physis als Problem: Klopp und Kroos mahnen
Nach Ecuador kommt mit Paraguay erneut ein Team, das sich über Kampfkraft definiert. Experte Jürgen Klopp warnte bei MagentaTV: „Fußball muss gewürzt werden mit Leidenschaft, Intensität und Emotionalität. Wenn es für dich einfach nur Kicken ist, dann wirst du nicht weit kommen.“ Nagelsmann sieht keine schnelle Abhilfe bei der Robustheit: „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren, weil die Spieler eine gewisse Konstitution haben. Da muss man den Ball in der einen oder anderen Situation früher wegspielen, um einem direkten Zweikampf aus dem Weg zu gehen.“
Toni Kroos, Weltmeister von 2014, gab in seiner TikTok-Live-Show „Kroos und Kroos: Die WM unter der Lupe“ einen dringenden Rat: „Es muss eklig sein, gegen uns zu spielen, dass wir in der Lage sind gut und eklig zu verteidigen. Das machen wir noch nicht.“



