Eklat um Stadionsprecher: DFB-Ermittlungen gegen Kölns Michael Trippel nach emotionalen Aussagen?
DFB-Ermittlungen gegen Kölns Stadionsprecher nach Eklat?

Eklat um Stadionsprecher: DFB-Ermittlungen gegen Kölns Michael Trippel nach emotionalen Aussagen?

Ein emotionaler Ausbruch beim Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund könnte ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Der langjährige Stadionsprecher Michael Trippel (71) sorgte mit zwei deutlichen Aussagen, die über die Stadionlautsprecher zu hören waren, für einen handfesten Skandal.

Die umstrittenen Aussagen im Detail

Nach einer VAR-Entscheidung in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, die zur Roten Karte für Kölns Abräumer Jahmai Simpson-Pusey (20) führte, rief Trippel deutlich vernehmbar ins Mikrofon: „Pfui! Widerlich!“ Doch damit nicht genug: Nach dem Schlusspfiff setzte der erfahrene Stadionsprecher noch einen drauf und polterte vor 50.000 Zuschauern: „Ich werde wahrscheinlich richtig Ärger kriegen, aber ich muss es loswerden: In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an.“

Die zweite Aussage bezog sich auf ein mögliches Handspiel von BVB-Profi Yan Couto (23) in der 5. Minute der Nachspielzeit, bei dem der VAR nicht eingriff und dem 1. FC Köln ein möglicher Elfmeter verwehrt blieb.

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Verstoß gegen die Neutralitätsregeln

Laut dem offiziellen „Handbuch für Stadionsprecher und Platzansager“ (Artikel 43 des UEFA-Sicherheitsreglements) müssen Durchsagen über die Stadionlautsprecher strikt neutral bleiben. Explizit verboten ist die Unterstützung der Heimmannschaft oder jegliche Form der Diskriminierung der Gastmannschaft.

Trippels emotionale Kommentare waren alles andere als neutral und heizten die Stimmung im Stadion zusätzlich an. Seit 1999 ist der 71-Jährige als Stadionsprecher für den 1. FC Köln tätig, doch seine langjährige Erfahrung schützt ihn nicht vor möglichen Konsequenzen.

Reaktionen und drohende Konsequenzen

Sportvorstand Thomas Kessler (40) äußerte sich umgehend nach dem Spiel kritisch: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Klub, dazu gehört er nicht.“ Weiter betonte Kessler: „Bei aller Emotionalität, und die darf Michael Trippel haben, weil er lange in diesem Klub ist, ist es nicht richtig, dass ein Stadionsprecher über das Mikrofon seinen Emotionen freien Lauf lässt. Wir werden im Nachgang darüber sprechen.“

Neben internen Gesprächen mit dem Verein drohen Trippel möglicherweise sogar Ermittlungen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Die klare Verletzung der Neutralitätsvorschriften könnte disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen.

Der Fall zeigt einmal mehr die angespannte Stimmung rund um VAR-Entscheidungen im modernen Fußball und die schmale Gratwanderung, die Stadionsprecher zwischen Emotion und professioneller Neutralität bewältigen müssen.

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