Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr WM-Gruppenspiel gegen Ecuador mit 1:2 verloren. Trotz der Pleite bleibt der Gruppensieg und der Einzug ins Sechzehntelfinale ungefährdet, da diese bereits vor dem Anpfiff feststanden. Dennoch macht der fahrige und unkonzentrierte Auftritt der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann Sorgen. Für die K.o.-Phase muss sich das Team deutlich steigern.
Blitzstart mit umstrittenem Tor
Die Nagelsmann-Elf startete furios: Bereits in der 2. Minute traf Leroy Sané nach einer Kombination über Pavlovic und Wirtz ins linke untere Eck. Es war das früheste DFB-Tor bei einer WM seit 1934. Doch der Treffer war höchst umstritten. Pavlovic hatte bei der Ballannahme das Bein sehr hoch geführt und dabei Ecuadors Vite am Kopf getroffen, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden ging. Schiedsrichterin Tori Penso ließ das Tor trotz lautstarker Proteste der Ecuadorianer gelten, auch der VAR griff nicht ein. Schiri-Experte Manuel Gräfe kritisierte gegenüber BILD: „Klares Foul. Diese Entscheidung ist ein Witz und kann so eigentlich nicht bestehen bleiben.“
Sané trifft trotz Kritik
Ausgerechnet Sané, der nach seinem schwachen Auftaktspiel gegen Curaçao (7:1) in der Kritik stand und von Fans sogar eine Umstellung der Startelf gefordert wurde, erzielte bei seiner fünften Turnierteilnahme (WM und EM) sein erstes Tor. Doch die Freude währte nur kurz.
Ecuador schlägt zurück
In der 9. Minute patzte Nmecha im Mittelfeld und verlor den Ball. Vite leitete weiter zu Nilson Angulo, der aus der Distanz abzog. Der Schuss erwischte DFB-Keeper Manuel Neuer auf dem falschen Fuß und schlug unten rechts ein – 1:1. Es war der dritte Schuss auf Neuers Tor, und jedes Mal ging der Ball rein.
Deutschland hatte große Mühe mit der giftigen und mutigen ecuadorianischen Offensive um Piero Hincapié (FC Arsenal) und Moisés Caicedo (FC Chelsea). Immer wieder schlichen sich Fehlpässe ins deutsche Spiel, der erhoffte Spielfluss blieb aus. Nagelsmann hatte auf seine Stammelf gesetzt, musste aber auf den verletzten Nico Schlotterbeck (Bänderriss im linken Knöchel) und den angeschlagenen Nathaniel Brown (Adduktoren) verzichten. Antonio Rüdiger und David Raum rückten in die Viererkette. Der Plan, die Startelf einzuspielen, ging nicht auf. Die Offensive kam nicht in Schwung, die Superstars Jamal Musiala und Florian Wirtz blieben blass. Kein DFB-Spieler konnte überzeugen.
Undav als Joker, doch Ecuador dreht das Spiel
In der 58. Minute forderten die Fans Deniz Undav, und Nagelsmann brachte ihn für Havertz. Zudem rotierte er: Thiaw, Beier und Groß kamen für Kimmich, Nmecha und Wirtz. Doch statt neuem Schwung drehte Ecuador das Spiel. Nach einer Ecke verlängerte Rodríguez den Ball mit dem Kopf. Neuer verließ die Linie, doch Gonzalo Plata kam ihm mit dem Fuß zuvor und spitzelte den Ball ins Tor (78. Minute) – 1:2.
Ausblick auf das Sechzehntelfinale
Der Gegner im Sechzehntelfinale steht noch nicht fest; die Entscheidung fällt am Sonntagmorgen nach allen Gruppenspielen. Es wird ein Dritter der Gruppen A, B, C, D oder F sein, am wahrscheinlichsten der Drittplatzierte aus Gruppe D (Australien oder Paraguay). Ort und Zeit stehen bereits fest: Die DFB-Elf spielt am Montag um 22.30 Uhr deutscher Zeit in Boston.



