DFB-Manager: Politische Themen dürfen WM-Team nicht schwächen
Der Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes, Andreas Rettig, hat eine klare Botschaft für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft: Politische Diskussionen sollen die deutsche Nationalmannschaft möglichst wenig belasten. In einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ betonte Rettig die Notwendigkeit, solche Debatten aus der Kabine fernzuhalten.
Lehren aus Katar: Energie für den Sport bewahren
„Gerade mit den negativen Erfahrungen aus Katar ist klar: Du darfst solche Diskussionen nicht in die Kabine lassen“, erklärte Rettig. „Das Thema darf uns keine Kraft und Energie kosten.“ Bei der WM 2022 in Katar hatte es intensive Auseinandersetzungen um Themen wie die Regenbogen-Kapitänsbinde gegeben, die das Team belastet hatten.
Rettigs Position wird von DFB-Sportdirektor Rudi Völler unterstützt. Der Weltmeister von 1990 äußerte sich bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin deutlich: „Wir sind vor Ort, um Fußball zu spielen.“ Völler betonte zwar, dass es „keine Maulkörbe“ gebe und jeder seine Meinung sagen könne, fügte aber hinzu: „Aber nicht am Tag vor dem Spiel.“
Boykott-Debatte: Völler warnt vor Schaden für Sportler
Zur aktuellen Diskussion um einen möglichen Boykott der WM in den USA, Mexiko und Kanada nahm Völler eindeutig Stellung. „Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten“, sagte der DFB-Sportdirektor. Hintergrund der Debatten sind unter anderem politische Spannungen zwischen den USA und europäischen Nato-Staaten sowie Kontroversen um das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE.
Rettig unterstrich die sportliche Mission des Verbandes: „Wir sind ein Sportverband. In erster Linie wollen wir Spiele gewinnen. Wir fahren in die USA, um erfolgreich zu sein und unsere Fans mit unserem Fußball zu begeistern.“ Gleichzeitig räumte er ein: „Natürlich sagen wir, wenn uns etwas nicht gefällt. Aber wir wollen und müssen das während des Turniers von der Mannschaft fernhalten.“
Die klaren Aussagen der DFB-Verantwortlichen zeigen, wie sehr der Verband aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt hat und nun versucht, optimale Rahmenbedingungen für sportlichen Erfolg zu schaffen.



