Die 14 Frauen-Bundesligisten haben einen eigenen Ligaverband nach dem Vorbild der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gegründet. Ziel ist es, die Sichtbarkeit zu erhöhen, die Vermarktung zu verbessern und höhere Einnahmen zu erzielen. Die neue GmbH wird je zur Hälfte von den Bundesligisten und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gehalten.
Dem Gründungsprozess war ein wochenlanger Streit vorausgegangen, insbesondere zwischen DFB-Schatzmeister Stephan Grunwald und den Verhandlungsführern der Klubs, darunter Axel Hellmann (Frankfurt), Jan-Christian Dreesen (FC Bayern), Oliver Leki (Freiburg) und Klaus Filbry (Bremen). Die Klubs forderten, dass der DFB in einem achtjährigen Wachstumsplan 95 Millionen Euro in den Frauenfußball investiert, während die Klubs selbst fast eine halbe Milliarde Euro für Personal und Infrastruktur aufbringen.
Der DFB stimmte grundsätzlich zu, jedoch sollten 13 Millionen Euro in die 2. Frauen-Bundesliga fließen, die als Amateurliga gilt. Dieses Geld wäre an die DFB-Landesverbände gegangen. Zudem wäre ein weiterer Teil der DFB-Millionen an die Schiedsrichter-GmbH geflossen, die dem DFB gehört. Netto wären somit nur 82 Millionen Euro vom DFB übrig geblieben.
Die Klub-Bosse reagierten verärgert und planten, die Frauen-DFL im Alleingang zu gründen, selbst auf die Gefahr hin, dass der DFB die Klubs nicht für die Uefa-Klubwettbewerbe melden würde. Am Montagabend schaltete sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf ein und vermittelte eine Einigung. Nach Informationen von SPORT BILD erhöhte der DFB seine Beteiligung auf knapp 90 Millionen Euro netto.
Der Antrag zur Gründung der Frauen-DFL wird auf dem DFB-Bundestag am 7. November zur Abstimmung gestellt. Das DFB-Präsidium hat den entsprechenden Antrag bereits verabschiedet.



