Drittliga-Drama: Cottbus verliert Boden, Rostock feiert, Aue hadert mit Schiedsrichter
Die 3. Fußball-Liga erlebt turbulente Wochen mit deutlichen Verschiebungen im Tabellenbild. Während der FC Energie Cottbus erneut in eine Formkrise rutscht, feiert Hansa Rostock einen wichtigen Auswärtssieg. Der FC Erzgebirge Aue hingegen hadert mit dem Spielglück und einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung.
Cottbus: Deja-vu der Vorsaison droht
Nach der 1:4-Klatsche in Aachen folgte für Energie Cottbus nur ein enttäuschendes 1:1-Unentschieden gegen den abstiegsbedrohten SSV Ulm. Die Mannschaft rutschte damit auf Rang drei der Drittliga-Tabelle ab und sieht sich mit einem beunruhigenden Szenario konfrontiert: Bereits in der vergangenen Saison verspielten die Lausitzer im letzten Saisonviertel den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Trainer Claus-Dieter Wollitz analysiert die Situation nüchtern: „Wir haben im Moment Spieler, die nicht die optimale Form haben, speziell im letzten Drittel auf das gegnerische Tor. Das ist keine Kritik, sondern Fakt.“ Gegen Ulm fand Cottbus in keiner Spielphase zu seiner gewohnten Linie, die Niederlage in Aachen hatte sichtlich Spuren hinterlassen.
Wollitz legt den Finger in die Wunde: „Man muss sich mehr Torchancen erspielen, um ein Spiel zu Hause zu gewinnen. Wenn man seine eigenen Erwartungen nicht erfüllt, wird man hektisch. Wenn man hektisch wird, macht man Fehler.“ Die Verfolger holen immer weiter auf, was die Situation für die Cottbuser zusätzlich verschärft.
Rostock: Emotionaler Auswärtssieg trotz umstrittener Roter Karte
Ganz anders die Stimmung beim FC Hansa Rostock. Die Mannschaft feierte einen wichtigen 1:0-Auswärtssieg beim SV Wehen Wiesbaden, auch wenn der Erfolg von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung überschattet wurde.
Daniel Brinkmann, sonst für seine kühle Art bekannt, zeigte sich nach dem Spiel emotional: „Wenn du 25 Minuten überleben musst, dann wirst du schon mal kurz emotional. Da ist es dann aus mir rausgekommen, weil es schon ein geiler Sieg gewesen ist.“ Die 25 Zitter-Minuten bezogen sich auf die Zeit nach der Roten Karte für Florian Carstens.
Brinkmann kritisierte die Entscheidung scharf: „Die Rote Karte war sehr strittig. Er zieht ja total zurück, hat keine offene Sohle und spielt den Ball sogar noch mit. Das ist niemals eine Rote Karte.“ Auch die Gelbe Karte für den Elfmeterschützen wegen Jubelns vor dem Wiesbadener Block sorgte für Unverständnis beim Hansa-Coach.
Aue: Frust über „Wembley-Tor“-Entscheidung
Beim FC Erzgebirge Aue herrscht nach der 1:2-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim blanker Frust. Nicht die Leistung der Mannschaft entschied das Spiel, sondern eine höchst umstrittene Schiedsrichterentscheidung in der Schlussminute.
Schiedsrichter Timon Schulz (Hannover) erkannte einen Treffer von Terrence Boyd an, der zur Kategorie „Wembley-Tor“ gehört. Weder im Stadion noch durch Fernsehkameras ließ sich eindeutig klären, ob der von der Lattenunterkante prallende Ball tatsächlich die Torlinie überquert hatte. Die in der 3. Liga fehlende Torlinientechnologie verschärfte die Situation zusätzlich.
Trainer Christoph Dabrowski geriet bei MagentaSport in Rage: „Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er bereit ist, schon ein Drittligaspiel zu pfeifen. Das sehe ich von 80 Metern draußen an der Linie, dass der Ball niemals im Tor ist.“ Auch die Spieler ließen ihrem Ärger freien Lauf.
Marvin Stefaniak, Torschütze für Aue, tobte: „Es ist unfassbar, solche Entscheidungen zu treffen. Der ist doch nicht hinter der Linie, da braucht man nicht reden.“ Sturmtank Marcel Bär ergänzte: „Bei allem Respekt: Unfassbar! Die kriege ich so einen Hals, einen Kotzkragen!“
Die Niederlage trifft Aue besonders hart, da sich die Mannschaft trotz der aussichtslos erscheinenden Lage im Abstiegskampf Woche für Woche aufrappelt und ansehnlichen Fußball zeigt – jedoch ohne den verdienten Lohn.



