Stefan Effenberg entrüstet über VAR-Entscheidung bei Borussia Dortmunds Sieg in Köln
Im SPORT1 Doppelpass herrschte am Sonntagabend helle Aufregung über eine umstrittene Szene aus dem Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund. Vor allem Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg zeigte sich fassungslos darüber, dass der Video-Assistent beim 2:1-Sieg der Borussen nicht eingriff.
Klarer Handelfmeter laut Effenberg – DFB bestätigt Fehler
In der Nachspielzeit der Partie vom Samstagabend hatte Dortmunds Verteidiger Yan Couto einen hohen Ball mit dem ausgestreckten Unterarm gestreift. Schiedsrichter Daniel Siebert ahndete die Situation nicht, der VAR blieb ebenfalls passiv. „Ja, nach den Regeln auf jeden Fall. Der Arm ist ausgestreckt. Keine Absicht, aber darum geht es nicht“, argumentierte Effenberg leidenschaftlich. „Dementsprechend wäre das Elfmeter.“
Am Tag nach dem Spiel bestätigte die DFB Schiri GmbH in einer offiziellen Stellungnahme, dass eine Intervention des Video-Assistenten angebracht gewesen wäre. „Zudem war Yan Coutos Arm vom Körper abgespreizt. Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar“, hieß es in dem Statement.
Unisono Kritik von Experten – Weidenfeller mit differenzierter Sicht
Thomas Doll, ehemaliger Bundesliga-Trainer, unterstützte Effenbergs Position vollumfänglich. „Das ist unverantwortlich in so einer Situation. Dortmund ist natürlich glücklich, aber Köln?“ Doll zeigte Verständnis für den aufgebrachten Köln-Trainer Lukas Kwasniok, der an der Seitenlinie seiner Enttäuschung Luft gemacht hatte.
Einen etwas anderen Blickwinkel brachte Ex-BVB-Torhüter Roman Weidenfeller ein. Zwar stimmte er grundsätzlich zu, dass es sich um einen Handelfmeter gehandelt habe, machte jedoch eine interessante Beobachtung: „Aber der Kölner hat trotzdem die Möglichkeit, den Ball ganz sauber reinzupassen. Das heißt im Prinzip, das Handspiel von Couto zuvor beeinflusst eigentlich den Spieler und die Situation nicht“, so Weidenfeller. Tatsächlich kam Kölns Linton Maina nach der umstrittenen Szene noch zu einem Abschluss, bevor er protestierte.
Folgen der Entscheidung und weiterer Diskussionsbedarf
Das Spiel endete ohne Elfmeterpfiff mit einem 2:1-Erfolg für Borussia Dortmund, der den Tabellendritten in der Bundesliga weiter festigte. Die Diskussion um den VAR-Einsatz und die Interpretation der Handspiel-Regeln wird jedoch sicherlich noch einige Tage andauern. Die klaren Worte von Stefan Effenberg und die nachträgliche Fehlereingestehung des DFB unterstreichen, dass es im deutschen Profifußball weiterhin Diskussionsbedarf bei der Anwendung der Video-Technologie gibt.



