Deutsche Nationalelf: Einzelkritik zum 2:1-Sieg gegen Elfenbeinküste
Einzelkritik: DFB-Elf schlägt Elfenbeinküste 2:1

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihren zweiten Härtetest bei der WM bestanden: Nach einem 0:1-Rückstand drehte das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Partie gegen die Elfenbeinküste und gewann mit 2:1. Matchwinner war Joker Deniz Undav, der beide Tore erzielte und damit seine starke WM-Quote auf drei Treffer ausbaute. Nagelsmanns Dreifachwechsel in der 60. Minute erwies sich als goldrichtig.

Erste Halbzeit: Rückstand und vergebene Chancen

Torwart Manuel Neuer war beim Abstauber von Franck Kessié in der 30. Minute chancenlos – der WM-Rekordtorwart musste sich danach nicht auszeichnen. Joshua Kimmich, der Kapitän, wurde vor dem Gegentor vom schnellen Ousmane Diomande ausgespielt. Immerhin legte er eine starke Flanke auf Kai Havertz (10.), der per Kopf abschloss. Weitere Flanken blieben jedoch ungefährlich. Jonathan Tah forderte der wuchtige Mittelstürmer Cyriel Bonny heraus, doch der Abwehrchef des FC Bayern biss sich robust in die Zweikämpfe und gewann alle wichtigen Duelle.

Nico Schlotterbeck war früh am linken Fuß angeschlagen und ließ sich behandeln. Er biss sich bis zur Pause durch, musste dann aber ausgewechselt werden. John Anthony Brooks blockte einen Schuss mit dem Kopf (12.) und rettete beim 0:1 auch noch beim Schuss von Abdoulaye Diallo. In der 89. Minute wäre er fast selbst zum Siegtorschützen geworden, doch der Torwart verhinderte den Treffer. Felix Nmecha bewies großes Durchsetzungsvermögen im Mittelfeld, sein abgefälschter Schuss (21.) war gefährlich. Zudem gewann er starke Defensiv-Zweikämpfe und lieferte den Pass auf Undav zum 2:1. Aleksandar Pavlovic köpfte nach einem Luftduell mit Torwart Yahya Fofana den Ball ins Tor, doch der Schiedsrichter entschied auf Foul (22.) – der Treffer zählte nicht. Der Mittelfeldspieler war dennoch sehr ballsicher.

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Zweite Halbzeit: Nagelsmanns Wechsel bringen die Wende

Leroy Sané zeigte sich sehr engagiert, investierte offensiv und defensiv viel, doch es fehlte ihm die große Aktion. Nach einer Stunde wurde er ausgewechselt. Jamal Musiala leitete viele Offensivaktionen ein, dribbelte und rackerte. Sein Tor zum 1:1 durch Havertz wurde wegen eines Fouls beim Ballgewinn nicht anerkannt (38.). Florian Wirtz agierte im Zentrum stärker als vom linken Flügel, war manchmal zu verspielt und hätte öfter schießen müssen – dennoch war er 90 Minuten sehr fleißig. Kai Havertz hatte den ersten Schuss nach elf Sekunden, einen guten Kopfball nach Kimmich-Flanke (10.) und vergab erneut per Kopf nach einer Ecke (64.). Der Punch fehlte ihm.

In der 60. Minute brachte Nagelsmann mit einem Dreifachwechsel Antonio Rüdiger, Deniz Undav und Nadiem Amiri. Rüdiger, der Ex-Abwehrchef, klärte resolut und unterstützte Kimmich gegen Diomande. Undav erwies sich als Top-Joker: Er leitete den Angriff zum 1:1 selbst ein und schloss ihn überlegt ab. Dann folgte die eiskalte Krönung in der Nachspielzeit (90.+4) mit dem 2:1. „Drei Tore nach zwei WM-Spielen – das ist Weltklasse“, lobte der Bundestrainer. Amiri lieferte die punktgenaue Flanke auf Undav zum Ausgleich und hätte in der Nachspielzeit selbst das 2:1 erzielen können (90.+1). Jamie Leweling, der ebenfalls beim Dreifachwechsel kam, schoss einmal hoch über das Tor und zeigte viel Einsatz, aber keine entscheidende Aktion. Leon Goretzka kam in der Schlussphase für Havertz und war mit seiner Dynamik und Körperkraft gefragt. Eine wichtige Abwehraktion gegen Simon Adingra (88.) sicherte den Sieg.

Fazit: Ein wichtiger Sieg für das Teamgefüge

Der Sieg gegen die Elfenbeinküste war ein wichtiger Test für die deutsche Nationalmannschaft. Bundestrainer Nagelsmann zeigte mit seinen Wechseln ein gutes Gespür, und die Mannschaft bewies Moral. Mit Undav hat das Team einen formstarken Joker, der in den entscheidenden Momenten zur Stelle ist. Die Einzelkritik zeigt: Viele Spieler steigerten sich im Laufe des Spiels, und die Defensive um Tah und Rüdiger stand stabil. Für die kommenden Aufgaben kann die DFB-Elf auf eine breite und leistungsfähige Bank zurückgreifen.

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