Ekstase im Old-Firm-Derby: Spektakuläres Fallrückzieher-Tor von Chermiti sorgt für Furore
Die schottische Meisterschaft bleibt auch nach dem 29. Spieltag so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Am Tag nach dem 1:0-Sieg von Tabellenführer Heart of Midlothian gegen den FC Aberdeen lieferten sich die beiden Glasgower Topklubs Rangers und Celtic ein fulminantes Old-Firm-Derby. Die Partie im Ibrox Park der Rangers endete nach einer dramatischen Schlussphase mit einem 2:2-Unentschieden. Der große Sieger des Spiels in Glasgow waren damit die Hearts aus Edinburgh. Sie stehen mit 63 Punkten an der Tabellenspitze und haben sechs Zähler Vorsprung auf die Rangers. Zwei weitere Punkte dahinter rangiert Celtic, das allerdings noch ein Nachholspiel bestreitet.
Youssef Chermiti trifft traumhaft für die Rangers
Das traditionsreichste Derby Europas hatte seinen ersten Höhepunkt schon sehr früh, als Youssef Chermiti mit einem spektakulären Fallrückzieher auf Flanke von Andreas Skov Olsen in der achten Minute die Rangers in Führung brachte. „Ich kann nicht glauben, was ich gerade gesehen habe“, kommentierte Experte Andy Halliday den Treffer auf der Seite der BBC. Der ehemalige Spieler der Rangers und der Hearts fühlte sich erinnert an das Traumtor von Scott McTominay, der im November mit einem Fallrückzieher die Schotten gegen Dänemark auf Kurs Richtung WM brachte.
Im The Scotsman war von einem „sensationellen Führungstor der Rangers“ die Rede. Und die Scottish Sun huldigte: „Chermitis erstes Tor war so gut, dass es als Wandbild auf einer Hauswand verewigt werden muss.“ Nachdem Chermiti noch einmal getroffen hatte und die Rangers zur Pause mit 2:0 führten, stand Celtic mit dem Rücken zur Wand.
Tumultartige Szenen nach dem Abpfiff
Doch dieses Derby sollte einen zweiten – und diesmal entscheidenden – Höhepunkt bereithalten. Nachdem Kieran Tierney der Anschlusstreffer für die Gäste gelungen war, entschied Schiedsrichter John Beaton nach VAR-Eingriff auf Elfmeter für Celtic. Reo Hatate trat an, scheiterte an Rangers-Keeper Jack Butland – traf aber im zweiten Nachsetzen zum Endstand, der von den Gästen frenetisch bejubelt wurde.
Nach dem Abpfiff kam es zu tumultartigen Szenen, nachdem sich Celtic-Spieler Julian Araujo im Mittelkreis gleich mit mehreren Rangers-Spielern eine Auseinandersetzung lieferte. Erst als Celtic-Coach Martin O‘Neill einschritt und seine Spieler zurückholte, entspannte sich die Situation wieder. Die Nerven lagen blank in diesem mitreißenden Old-Firm-Duell, das die Meisterschaft weiterhin offen hält.



