Irrer Tor-Marathon in Chemnitz: Erfurt siegt klar mit 4:0
In einem absolut verrückten Regionalliga Nordost-Spiel hat der FC Rot-Weiß Erfurt beim Chemnitzer FC einen beeindruckenden 4:0-Auswärtssieg gefeiert. Vor 6342 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße fielen insgesamt neun Tore, doch am Ende wurden nur vier davon anerkannt. Für den heimstarken Chemnitzer FC war es erst die zweite Heimniederlage in dieser Saison.
Ziegner sieht Aufstiegschance für Erfurt
Im MDR-Kommentarstudio sorgte Ex-Jenaer Torsten Ziegner, der 208 Spiele für Carl Zeiss Jena absolvierte, für Aufsehen. Der Experte machte den Thüringern plötzlich Hoffnung auf den ersten Platz: „Die Standard-Situationen haben das Spiel entschieden. Aber es war ein starker Auftritt. Bei nur acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Lok und noch dem direkten Duell ist da durchaus noch eine Chance!“ Allerdings hat Lokomotive Leipzig ein Spiel weniger absolviert und empfängt am Sonntag Hertha BSC II.
Frühe Führung und umstrittene Abseitsentscheidungen
Das Spiel begann mit einem frühen Treffer: Bereits nach zwei Minuten versenkte Romario Hajrulla einen Freistoß von Marco Wolf direkt im Chemnitzer Tor zum 1:0 für Erfurt. Wenig später schien Tobias Müller den Ausgleich erzielt zu haben, doch sein Treffer wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. In der 15. Minute erhöhte Falcao nach einem weiteren Freistoß auf 2:0 für die Gäste.
Chemnitz zeigte sich geschockt, blieb aber bemüht. Erneut traf Müller nach einem Freistoß, doch auch dieser Treffer wurde nicht anerkannt – diesmal wegen eines angeblichen Fouls an einem Erfurter Spieler. Drei Minuten später folgte der nächste Schock für Erfurt: Kapitän Til Linus Schwarz blieb nach einem üblen Foul von Alberico am Boden liegen und musste verletzt ausgewechselt werden.
Erfurt dominiert vor der Pause
Die Thüringer versuchten weiter, konstruktiv nach vorne zu spielen. In der 36. und 39. Minute traf Obed Ugondu jeweils, doch beide Tore wurden wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen. Kurz vor der Pausenpause drehte Erfurt dann aber richtig auf: Nathan Claxton, der für den verletzten Schwarz eingewechselt worden war, erhöhte in der 41. Minute auf 3:0. Nur vier Minuten später durfte auch Ugondu endlich jubeln – sein Treffer zum 0:4 wurde anerkannt.
Abseits-Show setzt sich fort
Nach der Pause ging das Abseits-Theater direkt weiter: Alberico freute sich über einen vermeintlichen Anschlusstreffer für Chemnitz, doch auch dieser wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. Die zweite Halbzeit bot danach kaum noch sportliche Höhepunkte und war von vielen kleinen Fouls geprägt. Spielerisch fanden die Chemnitzer kein Mittel gegen die gut organisierte Abwehr der Thüringer, die den Kantersieg clever über die Zeit brachten.
Mit diesem klaren Sieg dürfen die Erfurter plötzlich wieder ein wenig in Richtung Tabellenspitze schielen, während der Chemnitzer FC eine demütigende Heimniederlage hinnehmen musste.



