Premiere im Nieselregen: Marie-Louise Eta startet als erste Bundesliga-Cheftrainerin bei Union Berlin
Gut gelaunt und mit einem breiten Grinsen erschien Marie-Louise Eta um 10.56 Uhr zu ihrem historischen ersten Training als Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin. „Ey Jungs, kommt zusammen“, waren die ersten Worte der 34-Jährigen, bevor sie ihre Bundesliga-Schützlinge pünktlich um 11.00 Uhr zu einer kurzen, aber deutlichen Ansprache versammelte. Im intensiven Abstiegskampf der Berliner sollte keine wertvolle Zeit verloren gehen.
Medienauflauf und präsenter Präsident bei viel beachteter Trainingseinheit
Fans waren bei dieser besonderen Trainingseinheit nicht zugelassen, um die volle Konzentration auf die Spielvorbereitung zu gewährleisten. Dafür war der Medienandrang so groß wie seit Jahren nicht mehr bei einem Union-Training. Rund 40 Pressevertreter, darunter auch internationale Journalisten, verfolgten das Geschehen auf dem Platz. Präsident Dirk Zingler, die treibende Kraft hinter Etas Aufstieg zur Cheftrainerin, beobachtete die Einheit im Nieselregen vom Spielfeldrand aus.
Eta wurde am späten Samstagabend als Nachfolgerin von Steffen Baumgart zur Cheftrainerin der Eisernen befördert und ist damit die erste Frau in dieser Position bei einem Bundesligisten überhaupt. Ihr Engagement ist zunächst auf die verbleibenden fünf Partien im Saisonschlussspurt befristet.
Von der Beobachterin zur Kommandogewalt: Eta übernimmt das Ruder
Bei ihrer ersten Trainingseinheit hielt sich die gebürtige Dresdenerin anfangs zurück und schlüpfte in die Rolle der aufmerksamen Beobachterin. Erst nach etwa 25 Minuten, mit Beginn der Spielformen, übernahm Eta das Kommando auf dem Platz. „Vollgas“, schrie sie unmissverständlich über das Trainingsgelände. Mit präzisen Anweisungen wie „Jungs, zuhören“ oder „Stopp!“ verschaffte sich die neue Cheftrainerin immer wieder Gehör bei ihren Spielern.
Debüt gegen Wolfsburg: Chance auf wichtigen Sieg im Abstiegskampf
Erstmals wird Marie-Louise Eta am Samstag um 15.30 Uhr an der Seitenlinie stehen, wenn die Berliner den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg im heimischen Stadion empfangen. Ein Sieg wäre nicht nur der perfekte Einstand für die neue Trainerin, sondern könnte Union auch den direkten Abstieg aus der Bundesliga ersparen. Der Verein konnte in den letzten 14 Spielen nur zwei Siege erringen.
Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt begründete den Trainerwechsel mit der Hoffnung auf neue Energie: „Sie kennt das Stadion, kennt die Atmosphäre, kennt die Menschen und vor allen Dingen aber auch die Spieler.“ Als Co-Trainerin bei Union habe Eta bereits 2023 bewiesen, dass sie über die notwendigen Führungsqualitäten verfüge, um erfolgreich zu arbeiten.



