Historischer Schritt in der Formel 1: Rennkurven erhalten erstmals weibliche Namenspatinnen
In einem bemerkenswerten Schritt hat die Formel 1 eine lange bestehende Männerdomäne durchbrochen. Zur anstehenden Saison werden erstmals in der Geschichte des Königsklassen-Motorsports zwei Rennstrecken-Kurven nach Frauen benannt. Diese bahnbrechende Entscheidung markiert einen wichtigen Moment für die Gleichstellung im Hochleistungssport.
Deutsche Ingenieurin Laura Müller unter den Geehrten
Zu den ausgewählten Namenspatinnen zählt die deutsche Renningenieurin Laura Müller vom US-amerikanischen Team Haas. Die 34-jährige Motorsport-Expertin ist seit dem vergangenen Jahr als erste Renningenieurin in der Formel 1 tätig und betreut beim Haas-Team den französischen Piloten Esteban Ocon als primäre Ansprechpartnerin während der Rennen.
Die zweite geehrte Persönlichkeit ist die britische Rennstrategin Hannah Schmitz vom österreichischen Team Red Bull. Schmitz hat mit ihren taktischen Entscheidungen maßgeblich zu den Erfolgen des Vierfach-Weltmeisters Max Verstappen beigetragen und gilt als eine der einflussreichsten Strateginnen im aktuellen Formel-1-Feld.
„In Her Corner“-Initiative zum Internationalen Frauentag
Die Namensgebung erfolgt im Rahmen der Kampagne „In Her Corner“ (In ihrer Kurve), die von australischen Ingenieurinnen und Ingenieuren gemeinsam mit der Australian Grand Prix Corporation ins Leben gerufen wurde. Die Kurve sechs auf dem Albert Park Circuit in Melbourne wird den beiden Pionierinnen gewidmet.
„Es ist mir eine große Ehre, bereits so früh in meiner Formel-1-Karriere Teil dieser besonderen Anerkennung zu sein“, erklärte Laura Müller in einer ersten Stellungnahme. Die deutsche Ingenieurin hofft, mit dieser Ehrung Mädchen und junge Erwachsene für Karrieren in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu motivieren und zu inspirieren.
Feierliche Einweihung drei Tage vor Saisonauftakt
Die offizielle Einweihung der neu benannten Kurve ist für drei Tage vor dem ersten Saisonrennen geplant. Bei der Zeremonie werden sowohl Laura Müller als auch Hannah Schmitz persönlich anwesend sein, um diese historische Würdigung entgegenzunehmen.
Der Große Preis von Australien, der als Saisonauftakt der Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 dient, findet am 8. März auf dem Albert Park Circuit in Melbourne statt – zeitlich abgestimmt auf den Internationalen Frauentag. Diese symbolträchtige Timing unterstreicht die Bedeutung der Initiative für die Förderung von Frauen im Motorsport.
Dieser Schritt der Formel 1 sendet ein starkes Signal an die gesamte Motorsport-Branche und darüber hinaus. Die Benennung von Rennstrecken-Kurven nach Frauen bricht nicht nur mit jahrzehntelanger Tradition, sondern schafft auch sichtbare Vorbilder für zukünftige Generationen von Ingenieurinnen, Mechanikerinnen und Motorsport-Expertinnen.



