Fortuna Düsseldorf: Ljubicic-Debüt verzögert sich weiter - Erinnerungen an Mogelpackungen
Die vielen Fortuna-Neuzugänge im Sommer hatten bis auf wenige Ausnahmen etwas gemeinsam: Sie wurden vom damaligen Transfer-Duo Klaus Allofs (69) und Christian Weber (42) als neue Stars angepriesen, enttäuschten dann aber komplett. Mal, weil sie längst nicht mehr so sind wie früher, mal, weil sie körperlich gar nicht mehr für die Anforderungen der Liga geeignet waren. Und an diese schlimme Zeit erinnert gerade auch ein Winter-Neuzugang.
Vielversprechender Start mit Hindernissen
Als Marin Ljubicic (23) drei Tage vor Schluss des Transferfensters von Fortuna Düsseldorf bis Saisonende von Union Berlin ausgeliehen wurde, schwärmte Sportdirektor Sven Mislintat (53) in der offiziellen Pressemitteilung: „Mit Marin gewinnen wir einen polyvalenten Offensivspieler, der sowohl selbst torgefährlich ist als auch Chancen für andere vorbereitet. Er bringt eine hohe Qualität mit, die unserem Spiel sofort weiterhilft.“ Doch bereits bei der Verpflichtung gab es einen kleinen Haken: In internen Gesprächen wurde berichtet, dass Ljubicic wegen muskulärer Probleme, die er bereits in Berlin hatte, nicht sofort beim Spiel in Hannover (1:2) dabei sein könne.
Stattdessen sollte sein Debüt in Karlsruhe folgen. Doch auch dort fiel der Stürmer aus, ebenso wie im anschließenden Spiel gegen Münster (0:0). Plötzlich sind die Mogelpackung-Vibes zurück in Düsseldorf – denn auf einmal soll ein derart spätes Ljubicic-Debüt gar nicht so unerwartet und ein Einsatz in Karlsruhe gar nicht unbedingt auf dem Plan gewesen sein.
Trainingsrückstand und unsichere Perspektive
Mislintat äußerte sich nach dem Münster-Spiel zu der Situation: „Wir haben klar kommuniziert, dass es mit einem Kaderplatz für die Karlsruhe-Partie nichts wird und wir hoffen, dass er gegen Münster dabei sein kann.“ Der Manager räumte jedoch ein: „Letzteres hat nicht geklappt, warum, müssen wir uns sauber angucken. Der Heilungsverlauf ist aktuell nicht so, wie er prognostiziert war.“
Dadurch droht nun auch die Premiere in der 2. Liga am Samstag in Darmstadt (13 Uhr) zu platzen. Denn auch am Dienstag beim Trainingsauftakt arbeitete Ljubicic individuell, anstatt zum ersten Mal mit der Mannschaft zu trainieren. Es ist schon später als gedacht und wird immer später – und dann bleibt die Frage, ob er die Vorschusslorbeeren seines Managers überhaupt bestätigen kann.
Geduld ist gefragt
Mislintat versucht, die Situation zu relativieren: „Wenn Marin uns zur Verfügung steht, wird er uns definitiv besser machen. Wir haben bewusst gesagt, dass wir ein, zwei, drei Spiele lang auf seine Verfügbarkeit verzichten, dem Kader dafür hintenraus aber richtig viel Qualität hinzuaddieren können. Wir sollten da cool bleiben.“ Doch das fällt gerade in Erinnerung an die enttäuschende Hinrunde und die vielen gescheiterten Transfers der Vergangenheit schwer.
Die Fans von Fortuna Düsseldorf blicken mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung. Einerseits hoffen sie auf die versprochene Qualität des jungen Stürmers, andererseits wecken die anhaltenden Verzögerungen unangenehme Erinnerungen an frühere Fehleinkäufe. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Ljubicic die Erwartungen erfüllen kann oder ob sich die Befürchtungen der Kritiker bewahrheiten.



