Der SC Freiburg hat mit dem 3:1-Sieg gegen Braga das größte Spiel seiner Vereinsgeschichte erreicht und steht sensationell im Endspiel der Europa League. Für viele Fußballfans ist dies eine der größten deutschen Fußball-Sensationen der vergangenen Jahre. Nach dem Schlusspfiff stürmten Fans den Innenraum, die Spieler wurden wie Helden gefeiert. Doch viele Nicht-Fußballfans fragen sich: Wer sind diese Freiburger? Und warum feiert ganz Fußball-Deutschland diesen Verein plötzlich so sehr? BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zum Freiburg-Wunder.
Warum ist der Finaleinzug so besonders?
Der SC Freiburg gehört finanziell nicht zu den großen Vereinen Europas und hat nicht die größte Strahlkraft. Auch in dieser Europa-League-Saison waren die Freiburger vom Marktwert her (191 Millionen Euro) im Wettbewerb nur auf Platz 12. Zuvor kamen die Breisgauer nie über das Achtelfinale hinaus. Dennoch wächst Freiburg seit Jahren: In der Saison 2024/2025 erzielte der Sportclub einen Umsatz von 162,8 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Rekord-Jahresüberschuss von 11,8 Millionen Euro.
Wer ist der Trainer?
Trainer ist Julian Schuster (41). Früher als Spieler und Kapitän ein Publikumsliebling in Freiburg, ist er seit 2024 als Nachfolger von Trainer-Legende Christian Streich (60) Cheftrainer. Mit seiner ruhigen und sympathischen Art gehört er jetzt schon zu den beliebtesten Freiburg-Trainern aller Zeiten. Der Einzug ins Europa-League-Finale macht ihn bereits zum erfolgreichsten Coach der Klub-Historie.
Gibt es Nationalspieler im Team?
Ja. Freiburg hat zahlreiche Nationalspieler. Johan Manzambi (20/Schweiz), Philipp Lienhart (29/Österreich) und Igor Matanovic (23/Kroatien) gehören zu den wichtigen Ankern in ihren Nationalmannschaften. Aus deutscher Sicht war Matthias Ginter (32) 2014 Weltmeister mit Deutschland und nahm auch 2018 und 2022 an der WM teil. Torwart Noah Atubolu (23) war im vergangenen Herbst als dritter Torwart für Deutschland im DFB-Kader. Beide machen sich auch für die WM im Sommer noch Hoffnungen.
Was macht Christian Streich heute?
Auch viele Nicht-Fußballfans erinnern sich noch an Freiburgs Ex-Trainer Streich. Mit seiner emotionalen und positiven Art machte er sich in ganz Deutschland beliebt. Nach seinem Rücktritt 2024 war von ihm lange nur noch wenig zu sehen. Im Februar feierte er sein Debüt als Sky-Experte. Beim Spiel in Braga fieberte er gemeinsam mit Weltmeister-Trainer Joachim Löw (66, viele Jahre als Spieler in Freiburg) mit.
Wann und wo findet das Europa-League-Finale statt?
Das Finale steigt am 20. Mai um 21 Uhr im Beşiktaş Park in Istanbul.
Gegen wen spielt Freiburg im Finale?
Gegner ist Aston Villa aus Birmingham (England). Der Klub ist ein absoluter Top-Klub mit einem Kaderwert von knapp 550 Millionen Euro. Das mit Top-Spielern gefüllte Team könnte zur bislang schwierigsten Herausforderung für Freiburg werden. Aus der Bundesliga bekannt ist unter anderem Ex-Dortmund-Star Jadon Sancho (26). Spannend: Der britische Thronfolger Prinz William (43) ist glühender Villa-Fan und regelmäßig im Stadion. Auch beim Halbfinal-Rückspiel gegen Nottingham (4:0) sang er auf der Tribüne den Kult-Song Sweet Caroline.
Hat Freiburg schon mal einen großen Titel gewonnen?
Nein. Genau deshalb ist der Finaleinzug historisch. Ein Sieg im Finale wäre der mit Abstand größte Erfolg der Klubgeschichte.
Warum sollten wir fürs Finale alle Freiburg-Fans sein?
Weil einfach jeder Freiburg-Fan sein kann. Der Sportclub hat die große Chance, als erster deutscher Klub seit 2022 auf der europäischen Bühne einen Titel zu holen (damals Eintracht Frankfurt) und damit endlich wieder richtig Werbung für den deutschen Fußball zu machen. Beim SC spielen viele Spieler seit über zehn Jahren im Verein, ein Großteil kommt aus der eigenen Jugend. Ein Finalsieg wäre das Ende einer sensationellen Geschichte.



