Deutsche Fußballerinnen demonstrieren Stärke in Norwegen
Mit einem beeindruckenden 4:0 (3:0) gegen Norwegen haben die deutschen Fußballerinnen einen perfekten Start in die WM-Qualifikation hingelegt. Vor 8.500 Zuschauern im Viking-Stadion von Stavanger zeigte das Team von Bundestrainer Christian Wück eine überzeugende Leistung, die trotzdem differenziert bewertet wird.
Wück bleibt trotz Erfolg realistisch
Während die mitgereisten deutschen Fans „Super Trainer“ skandierten, trat Christian Wück selbst auf die Euphoriebremse. „Ich trete als Trainer immer mal so ein bisschen auf die Euphoriebremse“, erklärte der Chefcoach im ZDF. Er wies darauf hin, dass es in beiden Halbzeiten schwächere Phasen gegeben habe, bevor er seiner Mannschaft dann doch „ein großes Kompliment“ für den fulminanten Auftakt machte.
Die DFB-Sportdirektorin Nia Künzer zeigte sich zufrieden: „Das haben wir uns alle so gewünscht“. Nach den Siegen gegen Slowenien (5:0) und Norwegen steht das Team mit sechs Punkten und 9:0 Toren an der Spitze der Gruppe. Die nächsten Qualifikationsspiele finden am 14. April in Nürnberg und am 18. April in Ried gegen Österreich statt.
Effizienz und Variabilität als Erfolgsfaktoren
Carlotta Wamser, Torschützin zum 2:0 in der 45.+1 Minute, betonte die gesteigerte Effizienz: „Wir haben auch mal nicht so viele Chancen gebraucht, um Tore zu machen. Das Gesamtprodukt war dann sehr, sehr gut“. Neben Wamser trafen Elisa Senß (18.), Vivien Endemann (45.+4) und Jule Brand (58.).
Torhüterin Ann-Katrin Berger lobte die Mannschaftsleistung: „Man sieht einfach teilweise im Spiel heute auch, dass wir auch gegen größere Mannschaften einfach richtig gut Fußball spielen können“. Mit starken Paraden verhinderte sie ein Gegentor.
Neue Gesichter und bewährte Stärken
Besonders auf der linken Seite überzeugten Franziska Kett und Vivien Endemann, die das Fehlen von Klara Bühl kompensierten. Endemanns präzise Bälle in die Lücken der norwegischen Abwehr fanden regelmäßig deutsche Anspielstationen.
Trainer Wück hob das gut abgestimmte Zusammenspiel hervor: „Wir konnten unser Passspiel gut aufziehen teilweise und hatten auch ein gutes Einlaufverhalten“. Als Beispiel nannte er das 4:0 durch Jule Brand nach einem perfekten Pass von Vivien Endemann.
Junge Talente erhalten Chancen
Wie bereits gegen Slowenien setzte Wück auch in Norwegen auf Nachwuchsspielerinnen. Die 20-jährige Jella Veit von Eintracht Frankfurt debütierte in der Innenverteidigung. „Wir wollen unseren Pool erweitern mit Spielerinnen, denen wir zutrauen, es international auch gut zu machen“, erklärte der Coach.
Ann-Katrin Berger unterstützte diese Strategie: „Das ist einfach wichtig, weil nicht nur elf Leute spielen, sondern 23 und wenn mal da ein, zwei ausfallen, haben wir dann trotzdem noch welche in Deutschland, die nachziehen können“. Dies gilt besonders mit Blick auf die WM in Brasilien, wo das DFB-Team den ersten Titel seit Olympiagold 2016 anstrebt.
Die deutsche Mannschaft präsentierte sich variabel und effizient – Eigenschaften, die für den weiteren Weg in der WM-Qualifikation und darüber hinaus entscheidend sein werden.



