Nach 476 Tagen Pause ist Tyson Fury (37) zurück im Ring – dominant, aber ohne großen Glanz. Der Klitschko-Besieger schlug Arslanbek Makhmudov (36) vor 60.000 Fans im Tottenham Stadium von London eindeutig nach Punkten (120:108, 120:108 und 119:109). Der Brite nach seinem Erfolg: „Vielen Dank an jeden, der heute gekommen ist. Ich war lange Zeit weg. Das waren 12 richtig gute Runden und das ist viel besser, als ein Knock-out.“
Fury war in seiner Karriere bereits mehrfach zurückgetreten. Zuletzt im Dezember 2024. Damals hatte er auch das zweite Duell gegen Weltmeister Oleksandr Usyk (38) verloren. 16 Monate später ist er zurück, weil er es offenbar immer noch nicht lassen kann. Fury sei gelangweilt vom „normalen Leben“ und sagte vor seiner Rückkehr: „Immer die Kinder zur Schule bringen und mit dem Hund raus. Ich habe das Boxen vermisst.“
Makhmudov begann aggressiv, brachte seine Führhand zum Körper von Fury und stürmte dann mit seinem Kinn auf der Brust auf Fury zu. Bei einer dieser Aktionen gegen Ende der 1. Runde erwischte der Russe den Briten mit seinem Kopf unter dem rechten Auge, was ein kleines Veilchen verursachte. Fury agierte aus der Rückwärtsbewegung, wich den Angriffen gut aus und traf Makhmudov gegen Ende der 2. Runde erstmals richtig gut. Ab Runde 3 übernahm Fury das Geschehen, während Makhmudov konditionell nachließ.
In den folgenden Runden dominierte Fury zunehmend. In der 8. Runde schien Makhmudov nach einem linken Haken zu wackeln, konnte sich aber fangen. Das Duell verlor an Spannung, da Fury in der Schlussphase nach Belieben dominierte und seinen Kontrahenten mit Aufwärtshaken zusetzte, doch Makhmudov blieb tapfer auf den Beinen.
Nur wenige Sekunden nach dem Sieg lieferte sich Fury live vor den Fans ein Wortgefecht mit Ex-Weltmeister Anthony Joshua (36). Fury: „Als Nächstes möchte ich euch den Kampf geben, den ihr alle wollt. Ich will dich, Anthony Joshua. Lass uns den Leuten geben, was sie wollen. Das Battle of Britain. Ich fordere dich heraus.“ Joshua konterte: „Tyson, ich habe kein Problem damit, mit dir in den Ring zu steigen. Heute ist deine Nacht. Du sagst mir nicht, was ich machen soll. Ich jage dich seit zehn Jahren. Aber ich bin der Boss.“
Joshua vermied ein klares Ja zu dem Duell. Er erklärte bei Netflix: „Wir saßen schon viele Male am Verhandlungstisch. Er ist zurückgetreten. Das bin ich nie. Er verschwindet, kommt zurück, verschwindet und kommt wieder zurück. Ich mache die großen Fights. Er muss mit mir arbeiten.“ Joshua kommt aus einer Niederlage gegen Daniel Dubois und musste im Dezember einen schweren Schicksalsschlag verkraften, als er bei einem Verkehrsunfall in Nigeria zwei enge Freunde verlor.



