Neun Jahre nach dem Anschlag: Ginters emotionale Offenbarung
Fast ein Jahrzehnt ist vergangen, doch die Ereignisse des 11. April 2017 lasten weiterhin auf Matthias Ginter. Der 32-jährige Verteidiger des SC Freiburg, der in dieser Saison bereits 21 Bundesliga-Spiele absolvierte, war als damaliger BVB-Spieler im Mannschaftsbus, als drei Bomben explodierten. Der Anschlag auf dem Weg zum Champions-League-Viertelfinale gegen die AS Monaco veränderte das Leben vieler Profis nachhaltig.
„Das war's“: Der Moment der Explosion
Im Podcast „Copa TS“ von Tommi Schmitt schildert der 51-fache Nationalspieler die dramatischen Minuten. „Es sind Scheiben zersprungen und es wurde so rauchig grau im Bus. Da habe ich gedacht: Okay, das war's“, beginnt Ginter seine Erzählung. Der Familienvater beschreibt die Hilflosigkeit in der Situation: „Ein paar haben geschrien: ‚Auf den Boden‘. Und ich habe gedacht, da kommen jetzt welche rein, das ist jetzt so ein Überfall.“
Die Enge des Busses verstärkte das Gefühl der Ausweglosigkeit. „Es gibt nur zwei Türen. Und wenn da jemand reinkommt, ist es schwierig, da vorbeizukommen“, erklärt der Fußballprofi. Ginter saß damals in der hinteren Reihe auf der linken Seite, ihm gegenüber Roman Bürki und Christian Pulisic, der laut Ginter „völlig unter Schock“ war.
Langzeitfolgen: Die Scheibe als ständige Erinnerung
Die physischen Verletzungen von Teamkollege Marc Bartra sind verheilt, doch die psychischen Narben bleiben. Ginter gesteht: „Heutzutage sitze ich im Mannschaftsbus ungern an der Scheibe.“ Auch im Alltag kehren die Erinnerungen zurück. „Wenn ich mit meiner Frau spazieren war in Düsseldorf, und es kam ein langsamer Laster vorbei oder ein Auto, ist es schon ein mulmiges Gefühl“, beschreibt er die erhöhte Aufmerksamkeit für potenzielle Gefahren.
Der Verteidiger hat Strategien entwickelt, mit den Nachwirkungen umzugehen. „Mittlerweile ist es in Einzelmomenten noch mal präsent, aber ich habe gelernt, damit zu leben, dass es dazugehört. Ich habe keine größeren Probleme mehr“, betont Ginter. Seine Offenheit im Podcast zeigt, wie tiefgreifend solche Ereignisse das Leben von Profisportlern beeinflussen, auch Jahre später.



