Borussia Mönchengladbach: Besorgniserregender Werteverfall im Kader bedroht die Zukunft
Nach dem knappen 1:0-Sieg gegen Union Berlin hätte eigentlich Erleichterung bei Borussia Mönchengladbach aufkommen müssen. Doch Sportdirektor Rouven Schröder (50) dämpfte die Stimmung sofort. „Habt Ihr die Ergebnisse gesehen?“, rief er beim Gang in die Kabine und stellte klar: „Wir haben noch nichts geschafft.“ Weil auch Werder Bremen und der FC St. Pauli siegten, beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nur noch drei Punkte.
Ein alarmierender Trend mit weitreichenden Konsequenzen
Im Klub zeichnet sich ein bedenklicher Trend ab, der drastische Folgen für die Zukunft haben könnte: Fast alle Spieler entwickeln sich negativ. Gladbach gleicht einer abstürzenden Aktie, deren Wert kontinuierlich sinkt. Die Belege sind eindeutig und beunruhigend.
Der Gesamtwert des Kaders verringerte sich seit der vergangenen Saison von 187,5 Millionen Euro auf aktuell nur noch 149,8 Millionen Euro. Zwar spielen hier auch Verkäufe eine Rolle, doch selbst der Wert der aktuell im Kader verbliebenen Profis – Leihspieler ausgenommen – brach um 8,2 Millionen Euro ein. Die Tendenz zeigt weiter nach unten.
Nur drei Spieler konnten minimale Marktwertsteigerungen verzeichnen: Fabio Chiarodia (20), Rocco Reitz (23) und das Nachwuchstalent Wael Mohya (17). Dies ist besonders problematisch, da das Gladbacher Konzept entscheidend auf der Wertentwicklung von Spielern basiert.
Leistungsdaten bestätigen den Abwärtstrend
Die statistischen Daten untermauern den negativen Trend eindrücklich:
- Vizekapitän Rocco Reitz verzeichnet eine sinkende Zweikampfquote (von 52 Prozent in 2024/25 auf nur noch 45 Prozent in dieser Saison) und eine nachlassende Passquote (von 80 auf 77 Prozent).
- Verteidiger Joe Scally (23) verschlechterte sich ebenfalls in den Zweikämpfen (von 55 auf 50 Prozent).
- Flügelspieler Franck Honorat (29) kam vergangene Saison noch auf 13 Scorerpunkte in 19 Ligaspielen, aktuell sind es nur fünf in 18 Partien.
- Linksverteidiger Lukas Ullrich (21) war in dieser Spielzeit noch an keinem Treffer beteiligt, in der Vorsaison immerhin an dreien.
- Stürmer Shuto Machino (26) traf für Kiel in der vergangenen Saison elfmal, für Gladbach bislang lediglich dreimal.
Diese Abwärtsentwicklungen lassen sich auf den gesamten Kader ausweiten und stellen den Klub vor massive sportliche und wirtschaftliche Herausforderungen.
Transferprobleme verschärfen die Situation
In der kommenden Sommer-Transferperiode ist Sportdirektor Schröder auf Verkäufe mehrerer Leistungsträger angewiesen, um den Kader zu restrukturieren. Doch Gladbach hat das wachsende Problem, dass die Verkaufspreise für einige Spieler einbrechen und andere womöglich erneut keinen interessierten Abnehmer finden könnten.
Hinzu kommt, dass viele Spieler Gehälter beziehen, die in keinem Verhältnis zu ihren aktuellen Leistungen stehen. Die finanzielle Belastung wird dadurch zusätzlich erhöht.
Die Spekulationsobjekte auf der Abgabeseite zeigen die prekäre Lage:
- RB Leipzig plant, die Ausstiegsklausel von Rocco Reitz in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu ziehen.
- Stürmer Tomas Cvancara (25) stellt mit einem Marktwert von 2,5 Millionen Euro eine neue Einnahmehoffnung dar, überzeugt aktuell aber beim Leihklub Celtic Glasgow.
- US-Star Joe Scally träumt von der WM und einem Wechsel zu einem Topklub, doch sein Marktwert fiel zuletzt von zehn auf sieben Millionen Euro.
- Torwart Moritz Nicolas (28) ist begehrt und kann per flexibler Klausel ab einem zweistelligen Millionenangebot gehen – eigentlich möchte Borussia ihn jedoch halten.
Trainer Eugen Polanski (39) hat seinen Job zwar mindestens bis zum Derby in Köln am 21. März gesichert, und das Team hat durch den Sieg gegen Union neuen Mut geschöpft. Doch die grundlegenden Probleme bleiben bestehen. Klar ist: Bessert sich die sportliche Lage nicht nachhaltig, droht die Gladbach-Aktie weiter abzustürzen mit allen Konsequenzen für den Traditionsverein.



