Bayern-Profi Goretzka: WM-Traum durch fehlende Einsatzzeiten bedroht
Die Situation von Leon Goretzka beim FC Bayern München entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Problem für den Nationalspieler. Obwohl sich der 31-jährige Mittelfeldspieler für einen Verbleib beim Rekordmeister bis zum Sommer entschieden hat, kommt er unter Cheftrainer Vincent Kompany aktuell kaum noch zum Zug. Diese Entwicklung könnte seinen Traum von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Nordamerika im kommenden Sommer gefährden.
Kompany setzt auf festes Mittelfeld-Duo
Vincent Kompany hat sich im zentralen Mittelfeld eindeutig auf das Duo Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic festgelegt. Während Kimmich als Lenker und Denker agiert, übernimmt Pavlovic die Rolle des umsichtigen Ballverteilers. „Aleks ist die Maschine, die läuft, die macht, die tut. Er ist in einer sehr guten Form“, lobte Sportvorstand Max Eberl den jungen Mittelfeldspieler. Pavlovic, der in vergangenen Spielzeiten immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, präsentiert sich in dieser Saison konstant fit und in Top-Form.
Für Goretzka bedeutet diese klare Hierarchie drastisch reduzierte Spielzeiten. In den vergangenen vier Partien saß der gebürtige Bochumer dreimal über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Lediglich beim Pokalsieg gegen RB Leipzig durfte er in der Schlussphase für zehn Minuten eingewechselt werden. Kompany kommentierte die Situation diplomatisch: „Die Situation von Leon ist eine Folge davon, dass wir im Moment alle Spieler fit haben. Und ich möchte das nicht negativ sehen.“
Nagelsmanns klare Voraussetzung für WM-Nominierung
Die fehlende Spielpraxis könnte für Goretzka schwerwiegende Konsequenzen haben. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat mehrfach betont, dass regelmäßige Einsatzzeiten auf Vereinsebene eine Grundvoraussetzung für eine Nominierung zum WM-Kader darstellen. Goretzka selbst ist bewusst in München geblieben, um sich seinen Traum von der Weltmeisterschaft zu erfüllen. Doch ohne ausreichende Spielanteile bei den Bayern in der Rückrunde wird diese Ambition zunehmend unrealistisch.
Interessant ist dabei, dass sich für den Nationalspieler kurz vor Ende des Winter-Transferfensters noch eine alternative Option aufgetan hatte. Laut Berichten zeigte der englische Tabellenführer FC Arsenal am Deadline-Day Interesse an einer sofortigen Verpflichtung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Goretzka jedoch bereits öffentlich zu einem Verbleib in München bekannt – eine Rücknahme dieser Entscheidung wäre kaum zu vermitteln gewesen.
Zukunft ungewiss – Nachfolger bereits im Visier
Wie es für den 31-Jährigen nach dem Sommer weitergeht, bleibt vorerst unklar. International genießt Goretzka nach wie vor einen exzellenten Ruf. Als potenzielle neue Arbeitgeber werden neben Arsenal auch Stadtrivale Tottenham Hotspur sowie die AC Mailand gehandelt. Bereits im Winter hatte Atlético Madrid Interesse an einer sofortigen Verpflichtung signalisiert.
Bei den Bayern denkt man indes bereits über die Nachfolge des ausscheidenden Mittelfeldspielers nach. Nach Informationen kehrt Noel Aséko-Nkili, der derzeit an Zweitligist Hannover 96 ausgeliehen ist, im Sommer zum Rekordmeister zurück. Der 20-jährige, zweikampfstarke Mittelfeldspieler hat in dieser Saison mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Sportdirektor Christoph Freund zeigt sich beeindruckt: „Noel macht es richtig gut. Er bringt Aggressivität und eine Note mit, die für uns sehr interessant ist.“
Für Leon Goretzka bleibt die aktuelle Situation eine besondere Herausforderung. Einerseits möchte er mit den Bayern bis zum Saisonende erfolgreich sein und am Marienplatz feiern, andererseits benötigt er dringend Spielpraxis, um sich für die Weltmeisterschaft zu empfehlen. Wie dieser Balanceakt gelingen kann, wird eine der spannendsten Fragen der Rückrunde beim FC Bayern München.



