Grünwalder Stadion: Stadtspitze und Löwen treiben Ausbau mit Erbpacht-Modell voran
Nach Jahren des Stillstands soll der Durchbruch für den Ausbau des Grünwalder Stadions in München-Giesing in diesem Jahr erfolgen. Die Stadtspitze und der TSV 1860 München sind sich einig, dass der Verein das Stadion in Erbpacht übernehmen soll. Dies würde eine Komplettüberdachung, einen Vip-Bereich und eine erweiterte Kapazität ermöglichen, um in die Zukunft zu starten.
Charakter des Stadions erhalten
Löwen-Präsident Gernot Mang betont, dass es sich um ein Stadion mit Charakter handeln soll, keine seelenlose Arena. "Ein Stadion hat einen Charakter. Und dieses Stadion hier darf seinen Charakter niemals verlieren", erklärt Mang. Die geplante Machbarkeitsstudie soll zeigen, welche architektonischen Elemente erhalten bleiben können.
Politische Unterstützung über Wahlkampf hinaus
Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl von der SPD weist Vorwürfe zurück, dass sich die Politik nur im Wahlkampf für die Löwen interessiere. "Die SPD stand ja immer hinter dem Projekt. Wir waren immer im Gespräch mit Sechzig", so Dietl. Beide Seiten haben sich ein gemeinsames Versprechen gegeben, das Projekt voranzutreiben.
Finanzierung als größte Herausforderung
Die geschätzten Kosten für den Ausbau belaufen sich auf etwa 100 Millionen Euro. Mang zeigt sich zuversichtlich: "Davon bin ich absolut überzeugt". Verschiedene Finanzierungsmodelle werden in Betracht gezogen:
- Unterstützung von Stadt und Land
- Vermarktung der Namensrechte
- Genossenschaftsmodell nach Vorbild des FC St. Pauli
- Bankenfinanzierung
Oberbürgermeister Dieter Reiter hat signalisiert, dass die Stadt finanziell entgegenkommen könnte, da durch die Übernahme durch den Verein etwa 40 Millionen Euro für eine städtische Sanierung eingespart würden.
Mindestens 25.000 Plätze geplant
Die Kapazität soll auf mindestens 25.000 Zuschauerplätze erweitert werden. Mang verteidigt diese Größe: "Ein Stadion mit 25.000 ist doch eine, Stand jetzt, gute Größe für Sechzig". Dietl betont, dass die gute Auslastung auch mit dem Standort in Giesing zusammenhänge, da viele Fans nicht auf die "grüne Wiese" fahren würden.
Besonderer Charme des Giesinger Standorts
Beide Gesprächspartner schwärmen von der besonderen Atmosphäre in Giesing. Dietl bezeichnet die Westkurve als ihren liebsten Platz in ganz München: "Dieses Gemeinschaftsgefühl, diese Verbundenheit mit Giesing, das ist schon einzigartig". Mang betont die gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel und die Möglichkeit, dass viele Besucher zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen können.
Ökologische Ausrichtung geplant
Das umgebaute Stadion soll besonders ökologisch werden. "Wir möchten ein CO2-neutrales Stadion, überdacht, mit Solaranlage", erklärt Mang. Die gute Anbindung an U-Bahn und Straßenbahn unterstütze dieses Vorhaben.
Keine Alternative zu Giesing
Mang macht deutlich, dass es keine Alternative zum Standort Giesing gibt: "Die DNA von Sechzig ist Giesing, wir wollen in Giesing bleiben". Dietl bestätigt, dass dieses Bekenntnis für die Stadt wichtig sei, um Planungssicherheit zu schaffen.
Zukunft des Projekts
Die Machbarkeitsstudie wird nun zeigen, welche konkreten Möglichkeiten bestehen. Sollte das Ergebnis nicht finanzierbar sein oder nicht den Vorstellungen entsprechen, wollen beide Seiten weiter gemeinsam nach Lösungen suchen. "Gemeinsam, ganz genau. So, wie wir es uns versprochen haben", betont Dietl abschließend.



