Hansa Rostock im Aufstiegsnotstand: Sechs Punkte Rückstand nach Niederlage in München
Die Alarmglocken schrillen bei Hansa Rostock. Nach einer bitteren 0:1-Niederlage bei 1860 München hat sich die Aufstiegslücke auf sechs Punkte vergrößert. Die Kogge bleibt nun seit vier Spielen ohne Sieg – zwei Unentschieden und zwei Niederlagen haben den klar formulierten Aufstiegswunsch der Norddeutschen massiv ins Wanken gebracht.
Vier Spiele ohne Dreier: Die Krise nimmt Form an
Seit dem Rekordabgang von Torjäger Ryan Naderi für sechs Millionen Euro zu den Glasgow Rangers wartet Hansa Rostock vergeblich auf einen Dreier. Dabei lieferten die beiden Stürmer Emil Holten und Andreas Voglsammer zuletzt eigentlich solide Leistungen ab. Beide trafen letzte Woche beim 2:2 gegen den VfL Osnabrück. Doch gegen die Münchner Löwen reichten selbst mehr Ballbesitz und eine deutliche Mehrzahl an Chancen nicht aus.
Die Hausherren igelten sich in der eigenen Hälfte ein und verteidigten mit allen Spielern konsequent. Am Ende stand dennoch eine bittere 0:1-Pleite, die die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann schwer getroffen hat. „Wir können jetzt nicht sagen: Wir gehen jetzt alle in den Urlaub, die Saison ist vorbei. Nein, wir machen einfach jetzt weiter, mal sehen, was passiert“, sagt Abwehrspieler Ahmet Gürleyen mit kämpferischen Worten.
Topduelle als Problemzone
Ein schmerzhaftes Muster zeichnet sich ab: In den wichtigen Topduellen lässt die Kogge regelmäßig Federn. Statistisch belegt sind 33 der 40 bisher geholten Zähler gegen Teams unterhalb von Platz 7 erzielt worden. Mittelfeldmotor Marco Schuster schlägt deshalb Alarm: „Es ist immer so: Wenn uns die Konkurrenz so ein wenig was hinlegt, schaffen wir es oft nicht, den letzten Punch zu setzen. Wenn wir unsere großen Ziele verwirklichen wollen, dann müssen wir da auf jeden Fall noch eine Schippe drauflegen.“
Der 30-Jährige fordert noch mehr Entschlossenheit: „Wir müssen einfach noch mehr ‚Geilheit‘ haben, vor allem im Strafraum.“ Auch Verteidiger Ahmet Gürleyen spricht die aktuelle Sieglos-Serie offen an und sieht Verbesserungspotenzial: „Das Spiel bis zu einem gewissen Grad konsequenter gestalten.“
Nächste Hürde: Rot-Weiss Essen
Weiter geht die schwierige Phase schon am Samstag gegen den nächsten Aufstiegskonkurrenten. Rot-Weiss Essen empfängt Hansa Rostock auf Tabellenrang fünf mit 43 Punkten. Trainer Daniel Brinkmann macht die Marschroute für dieses entscheidende Duell klar: „Der Abstand darf nicht mehr größer werden. Klar in der Birne bleiben“, fordert der Coach von seiner Mannschaft.
Mit aktuell 40 Zählern steht Hansa Rostock zwar weiterhin im Aufstiegsrennen, doch die Luft wird dünner. Sechs Punkte beträgt der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz – eine Lücke, die in der Rückrunde der 2. Bundesliga durchaus noch zu schließen wäre, aber deutlich anspruchsvoller geworden ist.
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Kogge die notwendige Wende schafft oder ob die Aufstiegsträume endgültig platzen. Die Spieler haben ihre Alarmbereitschaft signalisiert, nun muss dies auf dem Platz umgesetzt werden.



