Hecking wehrt sich gegen Großkreutz-Kritik: Wolfsburg-Coach verteidigt Werksverein
Hecking wehrt sich gegen Großkreutz-Kritik an Wolfsburg

Wolfsburg-Coach Dieter Hecking ärgert sich über Häme von Ex-Nationalspieler Großkreutz

Der Trainer des abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg, Dieter Hecking, hat mit klaren Worten auf die kritischen Äußerungen des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Kevin Großkreutz reagiert. In einem Interview mit der „Sport Bild“ zeigte sich der 61-jährige Coach verärgert über das, was er als „despektierliche“ Kommentare bezeichnet.

Hecking fordert Respekt für Wolfsburger Tradition

„Ich empfehle, dass man vor seiner eigenen Tür kehrt“, sagte Hecking mit deutlichem Unmut. „Diese Aussagen sind despektierlich, weil es sehr einfach ist, von außen draufzuhauen.“ Der Trainer verwies dabei auf die lange Tradition des Vereins: „Wenn ein Verein knapp 30 Jahre in der Bundesliga spielt, hat er jede sportliche Berechtigung, dort zu bleiben.“

Hecking räumte zwar ein, dass Werksvereine wie Wolfsburg bei einigen Fans kritischer gesehen werden. Doch er betonte: „Aber es gibt auch in Wolfsburg viel Leidenschaft und Herzblut und etliche Fans, die um die Bundesliga kämpfen.“

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Großkreutz hatte klare Abstiegswünsche geäußert

Der frühere BVB-Profi Kevin Großkreutz, der 2014 mit der deutschen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel geholt hatte, hatte im Podcast „Viertelstunde Fußball“ unmissverständlich Position bezogen: „Ich rede ja immer vom Herzen. Ich will, ich wünsche mir, dass die absteigen! Und fertig.“

In sarkastischem Ton fügte der Ex-Nationalspieler hinzu: „Eigentlich dürfen sie nicht absteigen, Stadion immer voll, geile Stimmung.“ Diese Aussagen beziehen sich auf die häufig kritisierte Atmosphäre in der Volkswagen-Arena, die regelmäßig nicht ausgelastet ist.

Wolfsburg in schwieriger sportlicher Lage

Aktuell steht der VfL Wolfsburg auf dem 17. Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga und ist damit stark abstiegsbedroht. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt nur vier Punkte – bei sechs Spielen vor Saisonende eine äußerst angespannte Situation.

Die Wolfsburger werden nicht nur wegen ihrer sportlichen Leistungen, sondern auch aufgrund ihrer Stellung als hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns von vielen Fußballfans kritisch betrachtet. Diese besondere Konstellation sorgt immer wieder für Diskussionen im deutschen Fußball.

Hecking kritisiert auch interne Aussagen

Der Wolfsburg-Trainer ging in seinen Äußerungen auch auf Kritik von seinem Vorgänger Daniel Bauer ein. Dieser hatte die Atmosphäre und Kultur bei den Wolfsburgern als nicht bundesligatauglich bezeichnet.

„Ich finde: Solche Aussagen sollte man intern halten“, meinte Hecking dazu. Dennoch zeigte er sich selbstkritisch: „In einer solchen Situation darf es kein ‚Weiter so‘ geben.“ Der Coach forderte mehr Klarheit für die Zukunft: „Mir fehlt zum Beispiel die Klarheit, wofür der Verein stehen möchte. Das muss deutlicher herausgearbeitet werden. Denn es ist ja beileibe nicht alles schlecht.“

Die Kontroverse zeigt, wie emotional die Diskussion um den VfL Wolfsburg geführt wird – sowohl von externen Kritikern wie Großkreutz als auch innerhalb des Vereins selbst. Während der Club um den Klassenerhalt kämpft, wird die Debatte über seine Identität und Berechtigung in der Bundesliga mit neuer Schärfe geführt.

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