Der Kaderumbau von Hertha BSC macht vielen Blau-Weißen Angst. Elf Spieler sind weg und wurden zum Teil gut verkauft – eine solche Konsequenz und ein solches Tempo sind die wenigsten im Klub und in dessen Umfeld bisher gewohnt. In der dramatischen Situation aus sportlichem Niedergang und finanziellem Existenzkampf wird deutlich: Mit dem „Weiter so!“ ist jetzt Schluss. Gut so!
Interne Bewertung: Keiner ist unverkäuflich
Die interne Bewertung des Kaders, maßgeblich zusammengestellt von Sportdirektor Benjamin Weber, hat ergeben: Keiner ist unverkäuflich, keiner ist sportlich unverzichtbar. Zu diesem Ergebnis wäre wohl auch jeder Zuschauer gekommen, der sich die oft kraftlosen und uninspirierten Auftritte der zu hoch bezahlten Hertha-Spieler in der abgelaufenen Saison angesehen hat.
Motto: Jeder Neuzugang ist eine Chance
Darum gilt jetzt das Motto: Jeder Neuzugang ist eine Chance auf Verbesserung. Leider ist drei Tage vor Trainingsstart noch kein neuer Spieler da. Dabei werden es vor allem die neuen Spieler sein, die Hertha voranbringen müssen. Das vorhandene Personal hat seine Chancen – mit wenigen Ausnahmen (Ernst, Winkler, Eichhorn) – nicht genutzt.
Risiko: Zeit läuft dem Klub davon
Allerdings geht Hertha mit diesem Weg ein enormes Risiko. Um einen Kader auf einen Schlag rundzuerneuern, müssen die Neuen sportlich und menschlich passen sowie eine tadellose Mentalität mitbringen. Wenn sie dazu ablösefrei, entwicklungsfähig und günstig im Gehalt sein sollen, ist die Zielgruppe solcher Spieler sehr, sehr klein. Ob Herthas Fußball-Chef Bastian Huber sie findet? Die Zeit läuft dem Klub davon.



