Historische Schiedsrichter-Kritik nach Bayern-Remis in Leverkusen
Der FC Bayern München hat beim Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen ein 1:1-Unentschieden erreicht, doch im Mittelpunkt der Partie stand nicht das sportliche Ergebnis, sondern die umstrittene Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Team. Die Ereignisse lösten nach dem Abpfiff eine Welle der Empörung aus, angeführt von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
„Schlechteste Leistung, die ich je erlebt habe“
Uli Hoeneß (74) ließ nach dem Spiel kein gutes Haar an der Schiedsrichter-Leistung: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“, donnerte der langjährige Bayern-Funktionär. Seine scharfe Kritik bezog sich auf mehrere Schlüsselszenen, die den Spielverlauf maßgeblich beeinflussten.
Zwei annullierte Tore und eine umstrittene Gelb-Rote Karte
Die Kontroversen begannen bereits in der ersten Halbzeit, als Schiedsrichter Dingert zwei Bayern-Tore wegen angeblichen Handspiels zurücknahm. Sowohl bei Jonathan Tah als auch bei Harry Kane kam der Ball an den Arm, wobei insbesondere die Szene um Kane Interpretationsspielraum bot. Der Stürmer drehte sich weg und berührte den Ball mit dem Ellenbogen – dennoch entschied der Unparteiische nach VAR-Einsicht auf Handspiel und annullierte die Treffer.
Die größte Aufregung löste jedoch die 84. Minute aus: Luis Díaz, bereits mit Gelb vorbelastet, ging in ein Duell mit Leverkusen-Torhüter Blaswich. Nach leichtem Kontakt ging der Kolumbianer zu Boden, doch Dingert wertete die Szene als Schwalbe und zeigte Díaz die Gelb-Rote Karte. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als Fehlurteil entpuppte.
Selbst der Schiri gibt Fehler zu
Besonders pikant: Schiedsrichter Dingert räumte im Nachgang selbst ein, dass die Gelb-Rote Karte gegen Díaz falsch war. Bayern-Sportvorstand Max Eberl bestätigte nach einem Gespräch mit dem Unparteiischen: „Er hat gesagt, die Gelb-Rote Karte ist keine Gelb-Rote Karte. Für ihn war klar, dass es die Schwalbe war, aber er hat jetzt die Bilder gesehen und sagt: Es war keine Gelb-Rote Karte.“
Der VAR konnte in dieser Situation nicht eingreifen, da die Regelung zur Überprüfung von Gelb-Roten Karten erst ab der kommenden Saison gilt. Eine bittere Erkenntnis für die Bayern, die bereits mit zehn Mann spielten, nachdem auch Nicolas Jackson in der 41. Minute nach einem groben Foul an Terrier des Feldes verwiesen worden war.
Kompany sieht Gelb – Díaz sorgt für den Ausgleich
Die Frustration auf Bayern-Seite war so groß, dass selbst der sonst zurückhaltende Trainer Vincent Kompany für übermäßige Proteste die Gelbe Karte sah. Trotz der widrigen Umstände gelang den Münchnern noch der Ausgleich: Ausgerechnet Luis Díaz, der später unglücklich des Platzes verwiesen wurde, hatte in der 69. Minute nach der frühen Führung durch Garcia (6.) für das 1:1 gesorgt.
Das Remis in Leverkusen wird den Bayern jedoch kaum als Erfolg in Erinnerung bleiben. Vielmehr dominieren die Diskussionen um die Schiedsrichter-Leistung, die laut Uli Hoeneß einen historischen Tiefpunkt in der Bundesliga-Geschichte markiert. Die Ereignisse werfen einmal mehr Fragen zur Konsistenz der Schiedsrichter-Entscheidungen und zum VAR-Einsatz auf, die die Fußball-Community noch lange beschäftigen werden.



