Personelle Entscheidungen im Machtkampf der TSG Hoffenheim
Im anhaltenden Machtkampf bei den Kraichgauern sind wichtige personelle Weichenstellungen erfolgt. Andreas Schicker bleibt entgegen aller Spekulationen der vergangenen Tage Sport-Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Dies wurde nach einer Sitzung des Vorstandes am Montagabend offiziell bestätigt.
Rücktritt von Christoph Henssler
Der als Befürworter einer Abberufung Schickers geltende Christoph Henssler erklärte derweil seinen Rücktritt als 2. Vorsitzender des e.V. Seit dem gesundheitlich bedingten Rückzug von Jörg Albrecht im November des vergangenen Jahres hatte Henssler sogar als Interims-Klubchef des Muttervereins fungiert.
„Die TSG Hoffenheim und ihre Mitglieder standen und stehen für mich stets an erster Stelle“, betonte Henssler, der eine Ultra-Vergangenheit aufweist. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, „den Verein strukturell wie auch professionell weiterzuentwickeln. Aus tiefer Verbundenheit zu meinem Klub wünsche ich der TSG Hoffenheim für die Zukunft nur das Beste und lege mein Amt mit dem heutigen Tage nieder.“
Gesellschafterversammlung juristisch unterbunden
Die von Henssler für Montagabend ursprünglich forcierte Gesellschafterversammlung fand laut Vereinsangaben nicht statt. Medienberichten zufolge wurde diese Versammlung juristisch unterbunden. Das Landgericht Heidelberg habe auf Anfrage erklärt, dass bereits in der vergangenen Woche ein Antrag auf Verfügung im einstweiligen Rechtsschutz zur Untersagung der Durchführung eingegangen sei und man diesem gefolgt sei. Die genauen Gründe hierfür blieben offen.
Spekuliert wurde, dass Schicker auf dieser Versammlung als Geschäftsführer abberufen und zum Sportchef degradiert werden könnte. Der Antrag zur Unterbindung soll von Dietmar Hopp gestellt worden sein, der zwar noch über die Kapitalmehrheit beim Bundesligisten verfügt, allerdings seine Stimmrechtsmehrheit vor knapp drei Jahren an den e.V. zurückübertragen hat.
Unterstützung für Schicker von Hopp und Team
Hopp hatte sich ebenso wie Trainer Christian Ilzer und die Mannschaft klar hinter Schicker gestellt. Dem 85-Jährigen fehle „jegliches Verständnis“ für die Bestrebungen, Schicker abzulösen, wie er in der Rhein-Neckar-Zeitung erklärte. Schicker habe „durch seine herausragende Arbeit eine Spitzenmannschaft geformt, die mich Woche für Woche begeistert und in ganz Fußball-Deutschland positiv wahrgenommen wird. Wie können wir den Erfolg unseres Klubs riskieren?“
Interimsleitung und anstehende Neuwahlen
Frank Engelhardt, 3. Vorsitzender des Muttervereins, sagte: „Wir sind uns im e.V.-Vorstand einig, dass Andi Schicker als Geschäftsführer bei der TSG Hoffenheim gehalten werden muss.“ Engelhardt soll nun gemeinsam mit Rückkehrer Albrecht den Verein in den kommenden vier Wochen leiten, um die juristische Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Am 9. März stehen Neuwahlen bei dem seit Monaten von einem Machtkampf in der Führungsetage geprägten Klub an. Diese Wahl wird entscheidend sein für die zukünftige Ausrichtung und Stabilität des Vereins.



