Hoffenheims Frust gegen Wolfsburgs Abwehrblock: Prömel analysiert das 'Drei-Kanten-Problem'
Die TSG Hoffenheim hat sich beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg einen Punkt erkämpft, doch die Enttäuschung über die vergebenen Siegeschancen überwiegt deutlich. Das Überraschungsteam von Trainer Christian Ilzer drängte lange Zeit auf das entscheidende Tor, scheiterte jedoch immer wieder an der kompakten Abwehr der Gäste.
Ein zähes Anrennen gegen den Wolfsburger Block
Flanken, Ecken und Kombinationen – die Hoffenheimer ließen nichts unversucht, um die vielbeinige Wolfsburger Defensive zu überwinden. Doch die Abwehrhünen um Konstantinos Koulierakis räumten gefühlt jeden Ball aus der Gefahrenzone. Für den neuen Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking war es ein gelungenes Debüt, das vor allem defensiv überzeugte.
Grischa Prömel, der mit seinem Treffer in der 83. Minute noch den Ausgleich erzielte, beschrieb das Problem anschaulich: „Heute gegen einen tiefen Block – wenn die da drei Kanten hinten drin haben und wir mit Flanken kommen, ist es natürlich nicht ganz so leicht, weil die viel wegköpfen.“ Mit den „drei Kanten“ meinte der Mittelfeldspieler die kopfballstarken Wolfsburger Verteidiger, die mit ihrer physischen Präsenz das Hoffenheimer Offensivspiel effektiv unterbanden.
Kritik an der mangelnden Chancenverwertung
Trotz des späten Punktgewinns überwog beim Torschützen der Ärger über die vergebenen Möglichkeiten. Prömel kritisierte deutlich: „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir aus den Chancen nur ein Tor machen. Bei der Statistik und der Chancenvielfalt müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen.“ Die TSG hatte zahlreiche Gelegenheiten, konnte diese aber nicht konsequent nutzen.
Dennoch wollte der formstarke Mittelfeldmotor nicht alles schwarzmalen. Dass er mit seinem Treffer zumindest noch einen wichtigen Zähler im engen Kampf um die Champions-League-Plätze sicherte, zauberte ihm ein kleines Lächeln ins Gesicht. „Es gibt wenig im Leben, das mehr Spaß macht, als Tore zu schießen. Deswegen komme ich da sehr gerne in den Genuss und hoffe, dass noch ein paar dazukommen“, so der ehrliche Prömel.
Kein Kopfproblem im Saisonendspurt
Die Frage, ob die mangelnde Chancenverwertung der Hoffenheimer aktuell zu einem psychologischen Problem im Saisonendspurt werden könnte, verneinte Prömel kategorisch: „Im Training habe ich diesen Eindruck natürlich nicht. Wir müssen einfach tagtäglich alles reinhauen. Dann werden wir auch wieder erfolgreich sein, weil ich einfach weiß, was in der Mannschaft steckt.“
Die TSG Hoffenheim bleibt damit im engen Rennen um die internationalen Plätze, muss aber in den kommenden Spielen effizienter agieren, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Abwehr des VfL Wolfsburg hat eindrucksvoll demonstriert, wie man das Offensivspiel der Hoffenheimer effektiv stören kann.



