HSV-Star Emir Sahiti verlässt Israel aus Sicherheitsgründen
Der Fußballprofi Emir Sahiti (27) hat seine erfolgreiche Zeit bei Maccabi Tel Aviv abrupt beendet. Der Angreifer, der vom Hamburger SV ausgeliehen war, sah sich aufgrund der eskalierenden Sicherheitslage im Nahen Osten gezwungen, das Land zu verlassen. Permanente Raketen- und Drohnenangriffe machten den Aufenthalt für ihn und seine Familie lebensgefährlich.
Sportlicher Erfolg und plötzliche Flucht
Bei Maccabi Tel Aviv hatte Sahiti eigentlich eine beeindruckende Leistung gezeigt. In seinen ersten fünf Pflichtspielen erzielte der Kosovare vier Tore und überzeugte damit die Vereinsverantwortlichen. Der Klub erwog sogar, die vereinbarte Kaufoption in Höhe von 500.000 Euro zu ziehen. Doch die angespannte politische und militärische Situation zwang den Nationalspieler zu einer schweren Entscheidung.
Aus Angst um das Leben seiner Familie – Ehefrau und Tochter – verließ Sahiti Israel. Die Fluchtroute führte ihn zunächst mit dem Auto ins benachbarte Ägypten, dann weiter über Zypern bis nach Kroatien. In Split hält sich der Rechtsaußen nun fit und beobachtet die Entwicklungen im Krisengebiet.
Auswirkungen auf den israelischen Fußball
Die erste Liga in Israel, die Ligat ha’Al, pausiert seit dem 28. Februar. Zwei Spieltage sowie das Pokal-Halbfinale zwischen Maccabi Tel Aviv und Maccabi Haifa wurden abgesagt. Der Verband plant, die Meisterschaft möglicherweise nach der Länderspielpause Ende März fortzusetzen, doch ein genauer Termin steht noch nicht fest.
Sahiti ist nicht der einzige Fußballer, der die Region verlassen hat. Der ehemalige HSV-Keeper Marko Johansson (27), der aktuell beim iranischen Meister Traktorsazi unter Vertrag steht, floh in die Türkei. Auch Bayern-Star Javi Martínez (37) wurde auf Initiative der spanischen Botschaft aus Katar ausgeflogen.
Persönliche Hintergründe und Zukunft
Im vergangenen Juni hatte Sahiti noch einen persönlichen Höhepunkt gefeiert: In der „Villa Gala“, nur 30 Kilometer von Split entfernt, heiratete er vor rund 100 Gästen. Damals ließ er sich von Nationaltrainer Franco Foda von Länderspielen freistellen, um diesen besonderen Tag zu begehen.
Nun wartet der 27-Jährige in Kroatien auf eine Rückkehr in den Spielbetrieb. Sein Vertrag beim HSV läuft noch bis 2027, doch ob und wann er wieder für Maccabi Tel Aviv auflaufen kann, bleibt angesichts der unsicheren Lage ungewiss.



