Zehn Jahre an der Spitze: Infantino als Fifa-Präsident im Fokus
An diesem Donnerstag jährt sich die Amtszeit von Gianni Infantino als Präsident des Weltfußballverbands Fifa zum zehnten Mal. Der 55-jährige Schweizer mit italienischen Wurzeln übernahm das Amt am 26. Februar 2016, nachdem sein Vorgänger Sepp Blatter infolge von Korruptionsskandalen zurückgetreten war. In dieser Dekade hat Infantino die Geschicke des globalen Fußballs maßgeblich geprägt.
Rummenigge verteidigt Infantino gegen Vorwürfe
Karl-Heinz Rummenigge, Aufsichtsrat des FC Bayern München und ehemaliger Weltklasse-Stürmer, nutzte den Jahrestag, um ein klares Statement abzugeben. In einem exklusiven Interview mit der Fifa widersprach er der verbreiteten Kritik, Infantino sei nur an finanziellen Aspekten interessiert. „Ich glaube erst mal: Er hat ein Fußball-Herz! Das ist ja schon mal nicht bei jedem Fußball-Funktionär vorhanden – habe ich festgestellt aus eigener Erfahrung“, betonte der 70-Jährige. Er unterstrich, dass den Fifa-Boss nicht nur die Einnahmenseite, sondern der Sport selbst wirklich interessiere.
Wirtschaftlicher Erfolg und persönliche Verbindung
Die wirtschaftlichen Zahlen unter Infantinos Führung sind beeindruckend: Für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, die erstmals mit 48 statt 32 Mannschaften ausgetragen wird, rechnet die Fifa mit Ticket-Einnahmen von rund drei Milliarden US-Dollar. Das bedeutet eine Steigerung von annähernd 200 Prozent im Vergleich zur WM 2022 in Katar. Doch Rummenigge lenkt den Blick auf die menschliche Seite. „Ihn interessiert nicht nur das, was ihm immer vorgeworfen wird: die Einnahmenseite. Sondern ihn interessiert Fußball wirklich“, so der Bayern-Vertreter.
Die persönliche Verbindung zwischen den beiden reicht mehr als 20 Jahre zurück, als Infantino noch Generalsekretär der Uefa und Rummenigge an der Spitze des europäischen Klubverbands ECA (heute EFC) war. „Auch wenn er mal sauer auf mich war oder ich sauer war auf ihn: Wir haben am Ende immer zu einer fairen, seriösen Lösung gefunden“, erinnerte sich Rummenigge. Einziger sportlicher Konfliktpunkt war das Champions-League-Finale 2010, das Infantinos Lieblingsverein Inter Mailand mit 2:0 gegen den FC Bayern gewann – für den Rummenigge von 1984 bis 1987 spielte.
Bilanz und Ausblick
Infantinos erste zehn Jahre im Amt waren von tiefgreifenden Veränderungen geprägt, darunter die Erweiterung des WM-Teilnehmerfelds und die Steigerung der kommerziellen Erträge. Rummenigges Worte unterstreichen, dass hinter den ökonomischen Erfolgen auch eine echte Passion für den Fußball steht. In einer Zeit, in der Funktionäre oft kritisch betrachtet werden, bietet diese Einschätzung eine nuancenreiche Perspektive auf eine der mächtigsten Figuren im internationalen Sport.



