Innenminister erhöhen Druck auf Fußballverbände vor Sportministerkonferenz
Vor der anstehenden Sportministerkonferenz haben die Innenminister der Länder Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Herbert Reul und Armin Schuster (beide CDU), ihre Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) deutlich verschärft. In einem aktuellen Interview mit dem Fachmagazin „Kicker“ drohten beide Politiker indirekt mit finanziellen Konsequenzen für Fußballclubs, sollten die Verbände nicht zügiger bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Stadionsicherheit handeln.
Drohungen mit Polizeikosten und Veranstaltungsuntersagungen
„Das braucht kein Mensch. Aber die liegen in unserem Instrumentenkasten. Der ist ziemlich breit und tief, da sind die Rechnungen drin, da sind Veranstaltungsuntersagungen drin und noch mehr. Das sind keine Drohungen, das sind logische Konsequenzen“, erklärte Schuster in dem Gespräch. Die beiden CDU-Politiker werfen den Fußballverbänden vor, insbesondere beim Thema Stadionverbote zu zaghaft zu agieren und auf Zeit zu spielen.
Reul äußerte sich besonders verärgert über die bisherigen Verhandlungen: „Wir haben versucht, endlich ein paar Verabredungen bundesweit zu schaffen. Die Kollegen haben mit DFL und DFB verhandelt, und von vielen Vorschlägen in der Konferenz blieb noch der eine zu den Stadionverboten übrig. Und der ist auch noch weichgespült. Da werde ich stinksauer.“
Forderung nach einer neuen Stadionverbots-Ordnung
Der nordrhein-westfälische Innenminister forderte konkret, dass bis zur nächsten Innenministerkonferenz Mitte Juni eine neue Stadionverbots-Ordnung vorliegen müsse. „Wenn die Verbände diesen schon sehr weichen Beschluss allerdings noch weiter aufweichen, dann mache ich das nicht mit“, betonte Reul mit Nachdruck. Schuster ergänzte, er habe nach der Innenministerkonferenz im Dezember das Gefühl gehabt, dass die Hand den Fußballverbänden mehr als ausgestreckt gewesen sei, nun fühle es sich aber so an, „als würde aktuell jeden Samstag und Sonntag in meine ausgestreckte Hand geschlagen“.
Im Hinblick auf mögliche Rechnungen an die Clubs für Polizeikosten bei Hochsicherheitsspielen zeigte sich Schuster zwar zurückhaltend, räumte aber ein: „Diesen Weg halte ich aus unterschiedlichen Gründen für falsch. Aber der Druck auf mich angesichts des Verhaltens spezieller Fans und des Nichteingreifens des Fußballs steigt und steigt.“ Die Debatte um die Stadionsicherheit gewinnt damit vor der Sportministerkonferenz deutlich an Schärfe, während die Fußballverbände unter wachsendem Druck stehen, ihre Maßnahmen zu verschärfen und umzusetzen.



