Vor dem WM-Gruppenspiel gegen Frankreich hat der irakische Nationaltrainer Graham Arnold scherzhaft angeregt, mit drei Torhütern zu spielen, um die französische Offensive um Kylian Mbappé und Michael Olise zu stoppen. „Ich habe gefragt, ob wir mit drei Torhütern spielen können, aber sie haben nein gesagt“, sagte der 62-jährige Australier mit einem Lächeln. Er betonte jedoch, dass seine Mannschaft nicht nur mauern werde: „Ich bin ein Trainer, der immer in ein Spiel geht, um zu gewinnen – nicht, um es nicht zu verlieren.“ Frankreich hatte sein Auftaktspiel gegen Senegal 3:1 gewonnen, während der Irak Norwegen mit 1:4 unterlag.
Kap Verde erkämpft Remis gegen Uruguay
Das WM-Märchen der Kap Verden setzt sich fort. Sechs Tage nach dem sensationellen 0:0 gegen Spanien erkämpfte sich der Inselstaat ein 2:2 (1:2) gegen den zweimaligen Weltmeister Uruguay. Vor 64.003 Zuschauern in Miami brachte Kevin Pina Kap Verde mit einem direkt verwandelten 25-Meter-Freistoß in der 21. Minute in Führung – dem ersten WM-Tor der Landesgeschichte. Kurz vor der Pause drehten Maxi Araujo (44.) und Agustín Canobbio (45.+6) die Partie. In der 61. Minute nutzte der eingewechselte Helio Varela eine dramatische Fehlerkette Uruguays und glich aus. Kap Verde hat nun am Samstag gegen Saudi-Arabien die Chance, erstmals die K.o.-Runde zu erreichen.
DFB-Team erreicht K.o.-Runde
Die deutsche Nationalmannschaft hat durch ein 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste vorzeitig die K.o.-Runde erreicht. Joker Deniz Undav erzielte beide Tore für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Nach dem 7:1 gegen Curaçao und dem Sieg gegen die Ivorer steht Deutschland als Gruppensieger der Gruppe E fest, begünstigt durch das 0:0 von Außenseiter Curaçao gegen Ecuador. Allerdings droht ein zentraler Spieler auszufallen. Die DFB-Auswahl trifft am Donnerstag auf Ecuador.
Trainer Emerse Faé von der Elfenbeinküste warf der DFB-Auswahl nach der Partie „Mangel an Fairplay“ vor. Hintergrund war eine Szene in der 80. Minute, als Wilfried Singo den Ball nach einer Verletzung ins Aus spielte, sich dann aber wieder über die Außenlinie fallen ließ, um eine schnelle Einwurfsituation zu verhindern. „Von einer großen Nation wie Deutschland hätte man etwas mehr Fairplay erwarten können“, kritisierte Faé.
Türkei scheidet aus – Brasilien und USA stark
Die Türkei ist nach einer 0:1-Niederlage gegen Paraguay vorzeitig ausgeschieden. Trotz langer Überzahl nach einer Roten Karte für Paraguay unterlag das Team um Superstar Arda Güler. „Für uns bricht eine Welt zusammen“, schrieb das Nachrichtenportal Habertürk. Brasilien besiegte Haiti mit 3:0 und liegt auf K.o.-Runden-Kurs. Gastgeber USA besiegte Australien mit 2:0 und steht ebenfalls in der nächsten Runde.
Iran: Auseinandersetzungen und Flaggenstreit
Beim Spiel Iran gegen Belgien kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnern. Ein Mann versuchte, mit einem verbotenen T-Shirt der vorislamischen Revolution auf den Rasen zu gelangen und wurde abgeführt. Die FIFA wurde um Stellungnahme gebeten. Zudem bat der Irak die FIFA, seine Flagge vor Spielen nicht auf den Boden zu legen, da sie den Schriftzug „Gott ist allmächtig“ trägt. Die FIFA kam der Bitte nach.
Neue WM-Regel: Trinkpausen und Behandlungsstopp
Die umstrittenen Trinkpausen sorgen weiter für Fan-Unmut. In mehreren Stadien waren Buhrufe zu hören, wenn Schiedsrichter die Partie nach rund 22 Minuten für drei Minuten unterbrachen. Die FIFA begründet die Maßnahme mit der Spielerbelastung, Kritiker sehen darin vor allem zusätzliche Werbemöglichkeiten für TV-Sender. Eine neue Regel besagt zudem, dass verletzte Spieler nach einer Behandlung für eine Minute das Feld verlassen müssen, es sei denn, das Foul wurde mit Gelb oder Rot geahndet. Dies führte dazu, dass Belgiens Leandro Trossard trotz Schmerzen nicht behandelt wurde.
Uli Hoeneß kritisiert WM-Turnier
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die WM in den USA, Mexiko und Kanada scharf kritisiert. „Ich glaube, dass diese Weltmeisterschaft ein Fiasko für den Fußball wird“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Besonders die Ticketpreise von bis zu 2.000 Dollar für ein Finalticket mittlerer Güte störten ihn. „Ich möchte das durch den Kauf von Eintrittskarten nicht auch noch unterstützen“, so Hoeneß.
Schottland-Fans erobern Boston
Die schottischen Fans haben Boston im Sturm erobert. Rund 50.000 Anhänger der „Tartan Army“ reisten zu den Vorrundenspielen an. Bostons Bürgermeisterin Michelle Wu kündigte eine Städtepartnerschaft mit Glasgow an. „Wir wollen, dass ihr wiederkommt. Wieder und wieder und wieder“, sagte Wu.



