USA: Ölreserve auf tiefstem Stand seit 40 Jahren
Ölreserve der USA fällt auf tiefsten Stand seit 40 Jahren

Folgen des Irankriegs: Ölreserve der USA auf tiefstem Stand seit 40 Jahren

Der Krieg gegen Iran hat auch in den USA die Benzinpreise massiv steigen lassen. Als Reaktion hat die Trump-Regierung die Notfallreserven angezapft. Und die nähern sich nun einer riskanten Marke.

Im Irankrieg ist die strategische Ölreserve der USA auf den niedrigsten Stand in mehr als 40 Jahren gefallen. Stand Juni bevorrateten die Vereinigten Staaten noch 340,3 Millionen Barrel Öl, wie das Energieministerium in Washington mitteilte – so wenig wie seit Juli 1983 nicht mehr. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern.

Die psychologisch wichtige Marke von 300 Millionen Barrel gilt vielen Beobachtern als Schmerzgrenze, gerade um auch für mögliche Naturkatastrophen wie Hurrikans stets gewappnet zu sein. Beim aktuellen Tempo wäre die Marke spätestens Ende Juli erreicht.

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Hintergrund des Ölpreisschocks

Vor dem Hintergrund des Ölpreisschocks im Irankrieg hatten die USA, Deutschland und die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) im März die bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen. US-Präsident Donald Trump spielte das Ausmaß jedoch herunter. Der US-Ölvorrat werde „ein bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise“, sagte er.

Trump steht durch den massiven Anstieg der Treibstoffpreise im Irankrieg innenpolitisch seit Monaten unter Druck. Vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen im November sind seine Zustimmungswerte deutlich gesunken.

Rahmenabkommen mit Iran angekündigt

Am Sonntag hatte Trump ein Rahmenabkommen mit Iran angekündigt, das den von ihm befohlenen Krieg und die Ölkrise beenden soll. Viele Details sind allerdings unklar. Die IEA und andere Organisationen hatten andernfalls vor Treibstoffmangel in diesem Sommer gewarnt.

Lager waren zum Beginn der Angriffe nicht voll

Die USA hatten ihre eiserne Reserve nach der Ölkrise der Siebzigerjahre eingerichtet. Sie ist für 714 Millionen Barrel ausgelegt. Kurz nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar bevorrateten die Vereinigten Staaten jedoch nur rund 415 Millionen Barrel Öl.

Trump hatte seinem Amtsvorgänger Joe Biden von den Demokraten immer wieder vorgeworfen, die Reserve aus politischen Gründen angezapft und die USA damit im Fall eines Krieges geschwächt zu haben. Nach der russischen Großinvasion in der Ukraine im Februar 2022 nutzte Biden rund 40 Prozent der Reserve, um die Spritpreise in den USA zu senken.

Trump stellte im Wahlkampf gegen Biden in Aussicht, die Reserve „unverzüglich“ wieder zu füllen. Dies geschah seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 allerdings nur teilweise.

Entspannung am Ölmarkt?

Die vorläufige Einigung zwischen den USA und Iran sorgt für erste Entspannung am Ölmarkt. Verbraucher und Unternehmen hoffen auf eine Öffnung der Straße von Hormus. Doch bis die Preise substanziell sinken, dürfte es dauern.

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