Die WM-Ambitionen des Irak ruhen auf Stürmer Aymen Hussein. Hinter seinem Aufstieg verbirgt sich eine erschütternde Geschichte von Verlust und Leid. Bereits als Kind verlor Hussein seinen Vater, später wurde sein Bruder entführt. Dennoch kämpfte er sich an die Spitze des irakischen Fußballs und schoss sein Land mit dem entscheidenden Treffer gegen Bolivien erstmals seit 40 Jahren wieder zu einer Weltmeisterschaft.
Schicksalsschläge prägten Husseins Leben
Kurz vor dem WM-Auftakt gegen Norwegen an diesem Mittwoch (00.00 Uhr, MagentaTV) blickt Hussein auf die schlimmsten Momente seines Lebens zurück. „Er ging einkaufen, um Baumaterialien für unser neues, im Bau befindliches Haus zu besorgen. Wenige Stunden später erhielten wir einen Anruf mit der Nachricht: Ihr Vater wurde getötet und seine Leiche befindet sich im Krankenhaus“, berichtete Hussein im Interview des Senders Al Jazeera. Hussein war damals gerade einmal zwölf Jahre alt.
„Zuerst konnten wir es nicht glauben. Doch dann gingen wir ins Krankenhaus und fanden dort den Leichnam meines Vaters vor. Es war eine Katastrophe für uns alle“, erzählte der 30-Jährige weiter. Einige Jahre später wurde dann auch noch sein Bruder entführt. „Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört. Ich habe beschlossen, mit dem Fußballspielen aufzuhören, um für meine Familie zu sorgen, aber meine Mutter hat sich geweigert. Sie hat mich gebeten, weiterzuspielen“, berichtete Hussein.
Hürden auf dem Weg zur WM
Selbst bei der Einreise in die USA musste Hussein Hindernisse überwinden und wurde von der Grenzschutzbehörde stundenlang befragt. Trotz aller Rückschläge steht der 30-Jährige nun vor dem größten Turnier seiner Karriere. Frankreich und Senegal heißen die weiteren Gruppengegner. „Aymen ist ein Name, der keiner Vorstellung bedarf. Seine Leistungen sprechen für sich, nicht nur im Irak, sondern in der gesamten Region und im arabischen Fußball. Wir erwarten viel von ihm“, sagte der irakische Torhüter Jalal Hassan.



