Kahn warnt vor Müller-Plan: Ohne Ausbildung kein Bayern-Amt
Oliver Kahn hat deutliche Bedenken geäußert, ob Thomas Müller direkt nach seiner aktiven Karriere ein wichtiges Amt beim FC Bayern übernehmen könnte. Der ehemalige Vorstandschef des Rekordmeisters betonte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass für solche Positionen spezifische Fähigkeiten und umfangreiche Vorbereitung nötig seien.
Kahns Zweifel an einem direkten Einstieg
„Selbst wenn du Weltmeister bist und alles gewonnen hast: Als Verantwortlicher eines Klubs brauchst du andere Fähigkeiten. Die sind heute komplexer denn je. Ich bin der Meinung, ohne Erfahrung und Weiterbildung geht es nicht“, erklärte Kahn. Der 54-Jährige, der von 2020 bis 2023 im Vorstand des FC Bayern tätig war, davon ab 2021 als Vorstandschef, weiß aus eigener Erfahrung, welche Anforderungen an Führungspersönlichkeiten im modernen Fußball gestellt werden.
Neue Anforderungen an Verantwortliche im Profifußball
Ein Fußballklub müsse heute eigenständig Programme und Strategien entwickeln, betonte Kahn weiter. „Zu glauben, man holt irgendwann einen ehemaligen Spieler, wegen seiner Vergangenheit: Das greift zu kurz.“ Dennoch schätzt der Torwart-Legende Müller persönlich sehr hoch ein: „Ich kenne Thomas schon eine Weile. Es gibt nichts Negatives, was man über ihn sagen kann. Ein sehr offener Typ, immer gesprächsbereit, mit klaren Ansichten.“
Müllers Plan für die Zeit nach der Karriere
Thomas Müller, der aktuell bei den Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Major League Soccer spielt und zwischendurch als Experte für Magenta die WM begleiten wird, hat bereits konkrete Vorstellungen für seine Zukunft. Der 36-Jährige möchte nach seiner Spielerlaufbahn den Ausbildungsweg bewusst und gründlich angehen – statt nebenbei hektisch ein Zertifikat zu erwerben.
Hoeneß will Müller gezielt aufbauen
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, unterstützt diesen Ansatz nachdrücklich. „Thomas habe ich schon angeboten, dass wir ihn richtig ausbilden“, verriet Hoeneß der Bild-Zeitung. Sein Plan sieht vor, dass Müller nach seinem Karriereende bei großen Konzernen und Top-Klubs in Europa sowie den USA hospitiert, um sich systematisch auf eine spätere Position bei Bayern vorzubereiten. Müller habe sich dies grundsätzlich vorstellen können, „aber noch nicht jetzt“, so Hoeneß.
Das Thema wird in den kommenden Monaten mit Sicherheit an Brisanz gewinnen, da Müllers aktive Laufbahn langsam aber sicher dem Ende entgegengeht. Die Bayern-Bosse haben dem langjährigen Spieler nach Informationen der AZ bereits signalisiert, dass sie ihm in Zukunft ein wichtiges Amt anbieten möchten. Doch wie Kahns Äußerungen zeigen, muss der Weg dorthin sorgfältig geplant und mit entsprechender Qualifikation unterlegt sein.



