Kahn wehrt sich gegen Fehlinterpretation seiner Musiala-Aussagen
Der ehemalige Bayern- und DFB-Kapitän Oliver Kahn fühlt sich und seine Aussagen über einen möglichen WM-Verzicht des Fußball-Nationalspielers Jamal Musiala massiv missverstanden. In einem Beitrag auf der Plattform X reagierte der sogenannte „Titan“ auf einen Ausschnitt aus dem Fußballtalk „Triple“ bei Sky, in dem er sich zu diesem Thema geäußert hatte.
„Es lohnt sich, hin und wieder genau zuzuhören“
„Offenbar kann man Aussagen sehr unterschiedlich interpretieren“, führte Kahn aus und verwies auf die entscheidende Stelle seiner Äußerungen. Für ihn ergibt sich daraus klar: „Wenn Jamal Musiala bereit ist, gehört er auf die große WM-Bühne.“ Der Ex-Torhüter verneinte damit entschieden, dem Münchner Nationalspieler einen Verzicht auf die Weltmeisterschaft nahegelegt zu haben.
In der Sendung hatte Kahn angesichts der schweren Verletzung Musialas aus dem vergangenen Sommer allerdings die Frage aufgeworfen, ob eine WM-Teilnahme überhaupt möglich sein wird. „Die Frage ist ja auch, was macht der Kopf“, sagte er, „bist du bereit, mit 100 Prozent in die Zweikämpfe reinzugehen.“ Sollte dies nicht der Fall sein, könnte es womöglich „sinnvoller“ sein, „nicht zur WM mitzugehen“. Doch Kahn betonte gleichzeitig: „Da sind die Spielertypen sehr unterschiedlich.“
Erfahrungen mit angeschlagenen Spielern
Der erfahrene Ex-Profi verwies zudem auf seine eigenen Erfahrungen. Er habe es oft genug erlebt, dass Spieler angeschlagen zu einem Turnier gereist seien und dort trotzdem ihr volles Leistungsvermögen ausgeschöpft hätten. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass Musiala bis zur Endrunde noch ein Aha-Erlebnis haben werde. „Und auf einmal löst sich wahnsinnig viel und er ist wieder da. Dann soll er auch zur Weltmeisterschaft mit“, so Kahns klare Position.
Die ursprünglichen Aussagen des Ex-Kapitäns hatten für einigen Wirbel in der Fußballszene gesorgt. Mehrere Münchner Verantwortliche und Spieler hatten sie bereits gekontert. Musiala selbst betonte entschieden: „Auf jeden Fall will ich zur WM gehen.“ Die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema WM-Teilnahme nach schweren Verletzungen im Profifußball ist und wie unterschiedlich Aussagen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden können.



