HSV-Legende Kevin Keegan wird 75: Kampf gegen Krebs und Rückblick auf eine außergewöhnliche Karriere
Kevin Keegan wird 75: HSV-Legende kämpft gegen Krebs

HSV-Legende Kevin Keegan wird 75: Ein Leben zwischen Toren und Tönen

Die Fußballwelt blickt mit großer Anteilnahme auf Kevin Keegan, der am Samstag, dem 14. Februar, seinen 75. Geburtstag feiert. Der ehemalige Stürmer, der beim Hamburger SV zur Vereinslegende wurde und aufgrund seiner geringen Körpergröße von nur 1,70 Metern den Spitznamen „Mighty Mouse“ erhielt, befindet sich derzeit in einem schweren Kampf gegen den Krebs. Seine Familie hatte die Diagnose im Januar öffentlich gemacht, nachdem anhaltende Beschwerden im Bauchbereich zu Untersuchungen geführt hatten. Nähere Details zu seiner Erkrankung wurden nicht bekannt gegeben.

Daumendrücken von allen Seiten

„Das war eine furchtbare Nachricht“, sagte Felix Magath, ehemaliger Teamkollege von Keegan bei den Hanseaten, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Kevin Keegan war als Spieler schon ein ganz starker Mann und ich hoffe, dass er die Situation in den Griff kriegt und dass es ihm gelingt, die schwere Krankheit zu besiegen!“ Die Unterstützung kommt aus allen Richtungen: Sein früherer Verein FC Liverpool, mit dem er vor dem Wechsel nach Hamburg große Erfolge feierte, sowie die Ex-Clubs Southampton und Newcastle United schickten Genesungswünsche an „King Kev“, wie er oft genannt wird.

Von England an die Elbe: Eine bewegte Karriere

Geboren 1951 in Armthorpe, einem Vorort von Doncaster in South Yorkshire, startete Joseph Kevin Keegan seine Karriere beim heutigen Fünftligisten Scunthorpe United. 1971 wechselte er zum FC Liverpool, wo er sich zum Nationalspieler entwickelte und in sechs Jahren über 200 Tore erzielte. Seine Erfolge in Anfield umfassten:

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  • Dreimal die englische Meisterschaft
  • Einmal den FA Cup
  • Einmal den Europapokal der Landesmeister
  • Zweimal den UEFA-Cup

Als Europas Fußballer des Jahres 1977 ließ er sich vom damaligen HSV-Manager Dr. Peter Krohn für die damalige Rekordsumme von 2,3 Millionen Mark in die Bundesliga locken. Doch der spektakuläre Transfer zum Europapokalsieger HSV drohte zunächst zu scheitern. „In der ersten Saison hat er große Schwierigkeiten gehabt“, erinnert sich Magath. „Kevin hing im ersten Jahr in der Luft, wie im Grunde die gesamte Mannschaft.“ Der HSV beendete die Saison nur auf Platz zehn und erlitt im europäischen Supercup eine 1:7-Heimniederlage gegen Keegans Ex-Verein Liverpool.

Die Wende und der große Triumph

Nach einem Gespräch mit Günter Netzer, dem Nachfolger von Krohn, entschied sich Keegan, an der Elbe zu bleiben. In seiner zweiten Saison wurde er zur Schlüsselfigur: Mit 17 Toren trug er maßgeblich dazu bei, dass der HSV unter Trainer Branco Zebec 1979 die deutsche Meisterschaft gewann. „Kevin war ein ganz wichtiger Baustein für diese Mannschaft“, betont Magath. „Er war ein super Teamplayer und ein super Mensch.“ Zweimal hintereinander erhielt der Engländer, der mit seiner sympathischen Art Kollegen und Fans für sich einnahm, den Ballon d'Or – als bislang einziger HSV-Profi.

Fußballstar und Chartstürmer

Keegan war nicht nur auf dem Platz erfolgreich, sondern eroberte auch die Musikwelt. Im Jahr der Meisterschaft veröffentlichte er die Single „Head Over Heels In Love“, die Platz zehn der deutschen Hitparade erreichte. Das Lied wurde von Chris Norman und Pete Spencer der Band Smokie für ihn geschrieben und produziert. „Er war Vollprofi und uns in der Zeit voraus, was das ganze Auftreten gegenüber Medien und Fans betraf“, erzählt Magath. „Dabei konnten wir viel von ihm lernen – seine komplette Außendarstellung. Er hat sogar eine Schallplatte gemacht.“

Rückkehr nach England und Trainerlaufbahn

1980 kehrte Keegan in seine Heimat zurück, wo er bei Southampton und Newcastle United weiterhin Tore schoss. Viele deutsche Männer, die heute Mitte 40 sind, verdanken möglicherweise ihren Vornamen dieser beliebten HSV-Ikone. Rund acht Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere kehrte er 1992 als Trainer zu Newcastle United zurück, rettete den Verein vor dem Abstieg in die dritte Liga und führte ihn in die Premier League. Dort erhielt er den Spitznamen „King Kev“, erlebte aber auch Enttäuschungen, wie das Verspielen einer zwölf-Punkte-Führung in der Saison 1995/96.

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Ein bleibendes Vermächtnis

Seine kurze Amtszeit als englischer Nationaltrainer von 1999 bis 2000, die mit einem Vorrundenaus bei der EM 2000 und einer 0:1-Niederlage gegen Deutschland in der WM-Qualifikation endete, konnte seine Popularität nicht schmälern. Besonders in Newcastle wird er noch immer verehrt, wie ein kürzlich im Stadion gezeigtes Banner beweist: „Lang lebe King Kev, der Messias.“ An seinem 75. Geburtstag drücken Fans, Vereine und Weggefährten dem kämpferischen Stürmerlegenden die Daumen in seinem persönlichsten Match.