KI-gestützte Revolution: Die neue 4. Liga nimmt konkrete Formen an
Nach jahrelangen Diskussionen und kontroversen Debatten liegt nun ein konkreter Reformvorschlag für die deutsche 4. Liga vor. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat unter der Leitung von Geschäftsführer Spielbetrieb Manuel Hartmann ein umfassendes Konzept entwickelt, das die Probleme der Regionalligen nachhaltig lösen soll. Das sogenannte Kompassmodell verspricht eine grundlegende Neustrukturierung des Amateurfußballs.
Das Kompassmodell im Detail
Die Reform sieht vor, dass in der Spielzeit 2026/27 in allen fünf Regionalligen die Teams ab Rang 14 absteigen müssen. Zusammen mit den Drittliga-Absteigern und den Oberliga-Aufsteigern entsteht so ein Pool von 80 statt bisher 90 Viertligisten. Die eigentliche Innovation liegt in der Aufteilung dieser Mannschaften auf vier 20er-Staffeln.
Künstliche Intelligenz optimiert die Staffelzusammensetzung
Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden die Vereine so auf die vier Staffeln verteilt, dass die Fahrtstrecken für Auswärtsspiele minimiert werden. Diese datengestützte Herangehensweise soll nicht nur Kosten reduzieren, sondern auch die Belastung für Spieler und Vereine deutlich verringern.
Die vier neuen Staffeln
Die vorläufige Aufteilung zeigt folgendes Bild:
- Staffel West: Rot-Weiß Oberhausen, VfL Bochum II, Wuppertaler SV, Velbert, Fortuna Düsseldorf II, Mönchengladbach II, 1. FC Köln II, Fortuna Köln, Bonner SC, Sportfreunde Siegen, 1. FC Bocholt, SV Steinbach-Haiger, FSV Frankfurt, FC Homburg, Eintracht Trier, FC Gütersloh, Schott Mainz, SC Paderborn II, Hannover 96 II
- Staffel Nord: Kickers Emden, SV Meppen, Blau-Weiß Lohne, VfB Oldenburg, Werder Bremen II, Drochtersen/Assel, Hamburger SV II, Altona 93, FC St. Pauli II, Eintracht Norderstedt, Weiche Flensburg, VfB Lübeck, Phönix Lübeck, Greifswalder FC, FSV Schöningen, Sportfreunde Lotte, Hessen Kassel, SV Rödinghausen, SG Barockstadt Fulda, HSC Hannover
- Staffel Süd: Stuttgarter Kickers, Sonnenhof Großaspach, SC Freiburg II, SV Sandhausen, Astoria Walldorf, FV Illertissen, FC Memmingen, FC Augsburg II, FC Bayern München II, Spvgg. Unterhaching, SV Buchbach, Wacker Burghausen, Spvgg. Bayreuth, Kickers Offenbach, DJK Vilzing, TSV Aubstadt, Würzburger Kickers, 1. FC Nürnberg II, FSV Mainz 05 II, Greuther Fürth II, Bayern Alzenau, VfB Eichstätt
- Staffel Ost: Lok Leipzig, Hallescher FC, Rot-Weiß Erfurt, Carl-Zeiss Jena, FSV Zwickau, Chemnitzer FC, ZFC Meuselwitz, VSG Altglienicke, BFC Dynamo Berlin, Hertha BSC Berlin II, Hertha Zehlendorf, 1. FC Magdeburg II, Kickers Offenbach, TSV Aubstadt, 1. FC Nürnberg II, SV Babelsberg, Spvgg. Ansbach, SC Paderborn II
Vorteile der Reform
Die Neustrukturierung bringt zahlreiche Verbesserungen für den deutschen Amateurfußball:
- Faire Aufstiegsregelungen: Endlich gelten in jeder Staffel dieselben Aufstiegs- und Abstiegsregelungen. Jeder Staffelmeister steigt direkt in die 3. Liga auf, während vier Teams pro Staffel absteigen.
- Attraktivitätssteigerung: Besonders die Regionalliga West, die in der Vergangenheit unter zahlreichen Turbulenzen litt, profitiert von attraktiven neuen Gegnern wie Kickers Offenbach, FSV Frankfurt oder Eintracht Trier.
- Einheitliche Zulassungskriterien: Alle Regionalligen erhalten standardisierte Zulassungsvoraussetzungen, die den Vereinen eine schrittweise Annäherung an die 3. Liga ermöglichen.
- Qualitätsverbesserung: Die gesteigerte Wettbewerbsqualität kommt sowohl dem deutschen Nachwuchs als auch den Zweitvertretungen der DFL-Vereine zugute.
Neue Derbys und regionale Rivalitäten
Ein besonderer Fokus liegt auf der Bewahrung und Schaffung attraktiver Lokalderbys. Während die meisten traditionellen Duelle erhalten bleiben, ermöglicht die wechselnde Staffelzuordnung auch neue regionale Begegnungen. Ein gutes Beispiel ist der bisher in der Bayernliga spielende Verein Viktoria Aschaffenburg, der in den letzten Jahren bereits im Westen und Süden hätte spielen können und so neue Derbys gegen Offenbach, FSV Frankfurt oder Alzenau erhalten hätte.
Die einzige wirklich funktionierende Nordost-Staffel mit knapp 700.000 Zuschauern in dieser Saison bleibt weitgehend erhalten, während Vereine wie Hessen Kassel, Bayreuth und Fulda hinzukommen und von verbesserten Vermarktungsmöglichkeiten profitieren können.
Breite Unterstützung von der Basis
Die Aufstiegsreform-Initiative hat sich zur größten Solidargemeinschaft in der Geschichte des deutschen Fußballs entwickelt. Die Basis aus Klubs und Fans steht geschlossen hinter dem Reformvorschlag mit dem Motto: „Jetzt oder nie - Gemeinsam durchsetzen!“ Besonders im Westen, Norden, Osten und in Bayern sprechen sich die Vereine klar für die Reform aus.
Lediglich drei Regionalverbandschefs – Peter Frymuth (Westen), Dr. Christoph Kern (Bayern) und Ralph-Uwe Schaffert (Norden) – blockieren derzeit noch die Umsetzung der Reform. Der DFB hat mit dem Kompassmodell jedoch eine herausragende Lösung präsentiert, die nach über 14 Jahren Diskussion endlich Klarheit und Perspektive für den deutschen Amateurfußball schafft.



