Kimmich gibt sich demütig: DFB nicht unter WM-Favoriten
Der Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, Joshua Kimmich, hat vor den anstehenden Länderspielen eine klare Botschaft an seine Teamkollegen gerichtet. Der 31-jährige Bayern-Star fordert absoluten Einsatz und vollständige Hingabe für die bevorstehende Weltmeisterschaft im Sommer. In einer Pressekonferenz vor den Testspielen gegen die Schweiz und Ghana betonte Kimmich die Notwendigkeit eines geschlossenen Teams, das sich über individuelle Interessen stellt.
Aus Fehlern der Vergangenheit lernen
Kimmich verwies dabei ausdrücklich auf die enttäuschenden WM-Erfahrungen der vergangenen Jahre. "2018 hatten wir vielleicht den besten Kader der Welt und wir wissen, wohin es uns geführt hat", erinnerte der 106-fache Nationalspieler an das frühe Ausscheiden in der Gruppenphase. Auch bei der WM 2022 in Katar scheiterte Deutschland bereits in der Vorrunde. Aus diesen Erfahrungen zieht Kimmich eine klare Lehre: "Dementsprechend ist es nicht wichtig, den besten Kader der Welt zu haben, sondern am Ende das beste Team der Welt zu haben."
Der Mittelfeldspieler betonte, dass sich jeder Spieler dem gemeinsamen Ziel unterordnen müsse. Für die anstehenden Testspiele sieht Kimmich die Chance, wichtige Automatismen zu entwickeln und eine stabile Achse im Team zu formen. "Ziel ist es, zwei positive Ergebnisse zu erzielen", sagte Kimmich, doch noch wichtiger sei eine konsistente positive Herangehensweise, wie sie im 6:0-Sieg gegen die Slowakei in der WM-Qualifikation zu sehen war.
Realistische Einschätzung der WM-Chancen
In Bezug auf die WM-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada bleibt Kimmich realistisch. "Es ist so, dass wir nicht zu den Topfavoriten zählen", gestand der Profi des FC Bayern ein. Diese Einschätzung begründete er mit den Leistungen der vergangenen Turniere, bei denen Deutschland "nicht abgeliefert" habe. Dennoch erwartet Kimmich von jedem Spieler, dass er sich mit hundertprozentigem Einsatz dem großen Ziel unterordnet.
Neuer Fitnesscoach für die Nationalmannschaft
Parallel zu Kimmichs Forderungen nach mehr Teamgeist verstärkt der Deutsche Fußball-Bund sein Trainerteam. Wie der Verband bekannt gab, wird der Belgier Bram Geers bis einschließlich der Weltmeisterschaft das Fitness-Team um Nicklas Dietrich und Krunoslav Banovcic ergänzen. Der 32-jährige Geers arbeitet derzeit als Performance Director beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht und bringt wertvolle Erfahrungen aus seiner Zeit beim FC Bayern und beim englischen Premier-League-Klub FC Burnley mit.
Diese personelle Verstärkung soll dazu beitragen, die deutsche Nationalmannschaft optimal auf die physischen Herausforderungen des WM-Turniers vorzubereiten. Ob diese Maßnahme zusammen mit Kimmichs Forderungen nach mehr Teamgeist den gewünschten Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die ersten Bewährungsproben stehen mit den Länderspielen am Freitag in der Schweiz und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana an.



