Spektakuläres 3:3 im 100. Rheinderby: Köln verpasst dringend benötigten Sieg
Das 100. Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach hat alle Erwartungen übertroffen und ist mit einem spektakulären 3:3 (2:2) zu Ende gegangen. In einer atemberaubenden Partie mit sechs Toren und einer roten Karte verpasste der abstiegsbedrohte 1. FC Köln unter Trainer Lukas Kwasniok jedoch den dringend benötigten Befreiungsschlag. Die Mannschaft wartet nun seit sieben Spielen auf einen Sieg in der Fußball-Bundesliga.
Wilde Schlussphase entscheidet Derby
Die Begegnung entwickelte sich von Beginn an zu einem wahren Fußballfest. Bereits in der vierten Minute brachte Said El Mala die Kölner nach einem sehenswerten Treffer zum Ausgleich, nachdem Jens Castrop die Gladbacher in der ersten Minute in Führung gebracht hatte. Nur drei Minuten später sorgte Ragnar Ache mit dem 2:1 für ausgelassene Stimmung im Kölner Stadion.
Die Gäste von Trainer Eugen Polanski gaben sich jedoch nicht geschlagen. Philipp Sander glich in der 20. Minute aus, ehe Castrop nach der Pause mit einem Traumtor aus 20 Metern erneut die Führung für Gladbach erzielte. In der 84. Minute schien Eric Martel mit seinem Ausgleichstreffer den Kölner Punktretter zu geben, doch nur zwei Minuten später sah der Mittelfeldspieler nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
Kwasniok unter Druck - Polanski zufrieden
Trainer Lukas Kwasniok steht mit dem FC Köln weiterhin unter immensem Druck. "Die Jungs geben ihr letztes Hemd. Ich hoffe, man spürt, dass das der Trainer auch tut", sagte der 44-Jährige nach dem Spiel. Er betonte, dass er bildlich gesprochen "gerne im Wind stehe - und ich bin nicht so leicht umzustoßen".
Auf Gladbacher Seite zeigte sich Trainer Eugen Polanski mit dem Punktgewinn zufrieden. Seine Mannschaft bewies erneut ihre Offensivstärke und konnte wichtige Auswärtspunkte mitnehmen.
Personelle Besonderheiten auf beiden Seiten
Der Kölner Toptorschütze Said El Mala stand trotz leichter Krankheit in der Woche, Gerüchten um einen Wechsel in die Premier League und seiner Nichtnominierung für die anstehenden Länderspiele in der Startelf. Auf Gladbacher Seite kehrte Kapitän Rocco Reitz nach seinem bereits verkündeten Wechsel zu RB Leipzig im Sommer und einer Rotsperre in die Anfangself zurück.
Für den verletzten Tom Krauß feierte der 19-jährige Cenny Neumann sein Startelfdebüt beim FC Köln. Die Kölner Südkurve hatte ihrem Team mit dem Schlachtruf "Den Feind schlagen - die Klasse halten!" klare Vorgaben gemacht und die Stimmung im Stadion maßgeblich geprägt.
Tabellensituation bleibt angespannt
Der Vorsprung des 1. FC Köln auf den Relegationsplatz beträgt nach diesem Unentschieden vorerst nur noch zwei Punkte. Borussia Mönchengladbach hat weiterhin drei Punkte mehr auf dem Konto und positioniert sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.
Das Derby zeigte einmal mehr die emotionale Intensität dieser traditionsreichen Begegnung. Beide Mannschaften lieferten sich von der ersten bis zur letzten Minute einen packenden Schlagabtausch, der den Zuschauern im Stadion und vor den Bildschirmen ein unvergessliches Fußballerlebnis bescherte.



