Kölns Endspiel-Wochen: Kwasniok unter Druck vor drei Schicksalsspielen
Der FC Köln befindet sich erneut im Krisenmodus. Nur sieben Wochen nach dem rettenden Sieg gegen Mainz (2:1) steht bereits wieder die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok (44) auf dem Spiel. Drei entscheidende Partien gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr), den Hamburger SV (14. März) und Borussia Mönchengladbach (21. März) werden über das Schicksal des Trainers entscheiden. Der Klub zieht vor diesen Endspiel-Wochen alle Register im Kampf um den ersten Sieg gegen einen Top-Gegner in dieser Saison.
Neuer Rasen und Geheimtraining im Stadion
Den Auftakt der Vorbereitungen bildete ein kompletter Rasentausch im Kölner Stadion. Direkt nach dem 2:2-Unentschieden gegen Hoffenheim wurde das Spielfeld erneuert – eine bitter notwendige Maßnahme, nachdem in vorherigen Spielen bereits Rutsch- und Schmiergefahr geherrscht hatte. Gegen Dortmund feiert der FC nun seine Premiere auf dem neuen Grün.
Um sicherzustellen, dass diese Veränderung nicht nach hinten losgeht, überließ Trainer Kwasniok nichts dem Zufall. Die letzten beiden Trainingseinheiten am Donnerstag und Freitag fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Stadion statt. Offiziell wurde dies mit der Schonung des Platzes im Franz-Kremer-Stadion am Geißbockheim begründet. Tatsächlich konnten sich die Spieler so bereits an den neuen Rasen gewöhnen, während Kwasniok seine Einheiten ohne Ablenkungen durch Fans absolvierte.
Kwasniok: „Meine Aufgabe ist es, die Situation zu verändern“
Der Druck auf den Trainer ist enorm, auch wenn er dies herunterspielt: „Es ist eine ganz normale Situation. Wenn Du längere Zeit keine Spiele gewinnst, kommen andere Themen auf.“ Gleichzeitig macht Kwasniok deutlich: „Meine Aufgabe ist es, die Situation zu verändern. Die Kunst ist es, ruhig und sachlich weiterzuarbeiten und die äußeren Einflüsse an sich vorbeiziehen zu lassen.“
Seine Überzeugung scheint ungebrochen: „Die Mannschaft ist zu gut, um das Ziel nicht zu erreichen. Sie hat in den vergangenen Spielen gezeigt, dass sie über dem Strich stehen kann. Die Phase ist nur im Moment nicht die beste. Diese Phasen musst du aber aushalten. Wir werden unser Ziel erreichen.“
Comeback von Castro-Montes und Trikot-Wechsel
Ein zusätzlicher psychologischer Faktor könnte der Trikot-Wechsel am Samstag sein. Der FC Köln wird gegen Dortmund in einem eigens angefertigten Sonder-Dress mit Retro-Look auflaufen. Wichtiger für Kwasniok ist jedoch die deutlich entspanntere Personalsituation vor dem BVB-Duell.
Mit Linton Maina (26) und Alessio Castro-Montes (28) kehren gleich zwei Schlüsselspieler nach Verletzungen und Krankheit zurück. Insbesondere Castro-Montes hat sich nach einer starken Trainingswoche für einen Startplatz empfohlen. Kwasniok bestätigte: „Er wird beginnen, damit wir diese Position geschlossen haben.“
Der zwölfte Mann als letzter Trumpf
Als letzten Anti-Abstiegs-Trumpf sieht Kwasniok die Fans: „Ich glaube, dass mit der Unterstützung unserer Fans mehr drin ist, als ein knappes 0:1 wie im Hinspiel. Gegen die ganz großen Gegner brauchen wir diesen 12. Mann.“ Der Trainer verspricht: „Die Bereitschaft der Mannschaft, füreinander da zu sein, gibt mir das Gefühl, dass wir gewinnen können. Ich habe im Training zu 100 Prozent gespürt, dass die Jungs daran glauben, ein Samstagabend-Spiel gewinnen und den BVB schlagen zu können. Wir haben diese Vision und den Glauben. Mehr kann man im Vorfeld nicht machen.“



