Klub-Chef warnt DFB-Bosse vor Blockade der Aufstiegsreform
Der Vorstandsvorsitzende von Rot-Weiß Oberhausen, Marcus Uhlig, hat eindringlich vor einer Blockade der geplanten Aufstiegsreform im deutschen Fußball gewarnt. In einem exklusiven Interview äußerte der 55-jährige Vereinschef scharfe Kritik an den Regionalverbandschefs und Vize-DFB-Bossen Peter Frymuth, Ralph-Uwe Schaffert und Dr. Christoph Kern, die das sogenannte Kompass-Modell des DFB aktuell noch ausbremsen.
Reformbedarf in der Regionalliga West
Marcus Uhlig betonte den dringenden Reformbedarf in der Regionalliga West: „Ja, eindeutig. Sie ist irgendetwas zwischen Baum und Borke, zwischen Profi- und Amateurbereich.“ Der Klub-Chef verwies auf mehrere Probleme:
- Drei Vereinen ging in der vergangenen Saison der finanzielle Tank vorzeitig aus
- Rekordzahl von sieben zweiten Mannschaften in der Staffel
- Suboptimale Vermarktung und keine TV-Präsenz
- Fehlendes verbessertes Zulassungsverfahren
Uhlig erklärte, dass Oberhausen deshalb als einer der ersten West-Klubs der im Osten gestarteten Aufstiegsreform-Initiative beigetreten sei. „Das ganze Thema kann nur in einer deutschlandweiten Lösung gefunden werden.“
Kompass-Modell als beste Lösung
Der Oberhausener Vereinschef lobte das vom DFB vorgeschlagene Kompass-Modell als innovativen Ansatz: „Von allem, was je diskutiert wurde, ist es das beste Modell.“ Besonders hervor hob er die Vorteile der KI-gestützten Einteilung nach kürzesten Fahrtstrecken, die Reisekosten für alle Vereine überschaubar halten würde. Zudem biete das Modell Attraktivität durch neue Gegner für die Fans.
Zur parallelen Einführung der U21-Liga durch die DFL äußerte sich Uhlig positiv: „Das sind alles Schritte in die richtige Richtung.“ Er sieht darin mögliche Vorboten für eine komplette Herauslösung der zweiten Mannschaften aus den Regionalligen.
Eindringlicher Appell an Verbandsfunktionäre
Mit deutlichen Worten wandte sich Uhlig an die gegen das Kompass-Modell arbeitenden Verbandsfunktionäre: „Ich kann nur an die Verbandspräsidenten appellieren. Bitte denken Sie nicht an die Erhaltung eigener Pfründe.“ Der Klub-Chef warnte vor fatalen Folgen, sollte kein mehrheitsfähiger Vorschlag zustande kommen: „Der deutsche Fußball würde Schaden nehmen.“
Besonders kritisierte Uhlig mögliche Pläne des Westdeutschen Fußballverbands: „Sollte damit eine pauschale Zerschlagung der Nordost-Regionalliga beabsichtigt sein, ohne selbst einen Teil beizutragen, muss das aus meiner Sicht verhindert werden!“
Protestdrohung von der Basis
Der Vereinschef verwies auf die eingebundenen Fanszenen und warnte vor verschärftem Protest bei einem Scheitern des Reformprozesses: „Scheitert der Prozess, würde der Protest nachhaltig verschärft werden. Ich weiß nicht, ob sich die Verbandsfunktionäre das schon ausmalen können. Es würde diesmal nur Verlierer geben!“
Der seit über 14 Jahren schwelende Konflikt um die Regionalligen-Struktur scheint damit an einem kritischen Punkt angelangt zu sein, bei dem die Entscheidungen der Verbandsfunktionäre über die Zukunft des deutschen Amateurfußballs entscheiden werden.



