Kompany mit klarem Statement zu Rassismus: Kritik an Mourinho und Appell für Dialog
Kompany: 12-Minuten-Statement zu Rassismus im Fußball

Kompany bezieht klare Position: Zwölf Minuten gegen Rassismus im Fußball

In einem fast zwölfminütigen Statement hat sich Bayern-Trainer Vincent Kompany deutlich zum mutmaßlichen Rassismus-Vorfall um Real-Madrid-Star Vinícius Júnior geäußert. Der 39-jährige Belgier mit kongolesischen Wurzeln nutzte die Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt, um sich nachdenklich und bestimmt zu dem Thema zu positionieren. Seine Worte dürften weit über Deutschland hinaus nachhallen.

Emotionale Reaktion von Vinícius Júnior als authentisch beschrieben

Kompany berichtete, er habe das Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid live im Fernsehen verfolgt. „Wenn du die Aktion siehst, kann die Reaktion von Vini Júnior nicht vorgetäuscht sein“, betonte der Trainer. Es handele sich um eine emotionale Reaktion, und er sehe keinen Nutzen für den brasilianischen Spieler darin, zum Schiedsrichter zu gehen und „das ganze Elend auf seine Schultern zu nehmen“. Vinícius Júnior habe dies getan, weil er es in dem Moment für richtig halte.

Der Vorfall ereignete sich, nachdem Vinícius Júnior nach seinem Tor im Playoff-Hinspiel exzentrisch gejubelt hatte. Der argentinische Benfica-Profi Gianluca Prestianni soll ihn daraufhin als „Affe“ bezeichnet haben, wie der Real-Madrid-Star erklärte. Schiedsrichter François Letexier unterbrach daraufhin das Spiel, während Prestianni die Vorwürfe bestreitet.

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Kritik an Mourinhos Führungsverhalten

Besonders deutlich äußerte sich Kompany zum Trainer-Kollegen José Mourinho. Der Benfica-Coach habe nach dem Spiel „den Charakter von Vinícius Júnior attackiert, indem er dessen Torjubel anführt“. Kompany bewertet dies als „krassen Fehler in Sachen Führung“. Mourinho habe zudem den Namen Eusebio erwähnt, um zu argumentieren, dass Benfica nicht rassistisch sein könne, weil der beste Spieler in der Vereinsgeschichte ein Schwarzer gewesen sei.

„Ich urteile nicht über José Mourinho als Person, aber er hat einen Fehler gemacht“, stellte Kompany klar. Er hoffe, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiere. Der Bayern-Trainer verwies dabei auf zahlreiche schwarze Spieler, die von Rassismus betroffen waren und sind – neben Eusebio nannte er Samuel Eto’o, Mario Balotelli, Patrick Vieira und sich selbst.

Appell für mehr Dialog und weniger Polarisierung

Kompany beklagte den aktuellen Umgang mit Rassismus im Fußball und der Gesellschaft. „Es gibt immer nur links und rechts, schwarz und weiß“, kritisierte er. Im Fall des mutmaßlichen Vorfalls wünschte er sich einen Raum für Entschuldigung: „Wenn es wahr ist, dass der Spieler von Benfica das gesagt hat, würde ich mir wünschen, dass es einen Raum für eine Entschuldigung gibt. Niemand auf der Welt ist perfekt.“

Der Trainer hob hervor, dass Vinícius Júnior als berühmter Spieler im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen Fußballern „wenigstens in einer Position“ sei, „dass er eine Stimme hat zu protestieren“. Kompany selbst hat in seiner Karriere als Spieler und Trainer rassistische Anfeindungen erlebt und bringt diese Erfahrung in seine klare Positionierung ein.

Seine fast zwölfminütigen Ausführungen auf Englisch gipfelten in einem eindringlichen Appell für einen anderen, dialogorientierten Umgang mit Rassismus – eine Botschaft, die in der Fußballwelt und darüber hinaus Gehör finden sollte.

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