Kompany kritisiert Mourinho scharf nach Rassismus-Vorwurf im Champions-League-Spiel
Kompany kritisiert Mourinho nach Rassismus-Vorwurf

Emotionale Pressekonferenz: Kompany bezieht Stellung zu Rassismus-Vorwurf

In einer denkwürdigen und emotional aufgeladenen Pressekonferenz hat sich Vincent Kompany, der Cheftrainer des FC Bayern München, zum vermeintlichen Rassismus-Skandal im Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid geäußert. Der Belgier mit kongolesischen Wurzeln nutzte die Gelegenheit für eine klare Stellungnahme und kritisierte dabei insbesondere die Reaktion von Benfica-Trainer José Mourinho auf den Vorfall.

Hintergrund des Skandals zwischen Benfica und Real Madrid

Am Dienstagabend war es während des Europapokal-Spiels zu einem schwerwiegenden Eklat gekommen. Real Madrids Starspieler Vinícius Junior beschwerte sich aufgebracht bei Schiedsrichter Francois Letexier, nachdem ihn Benficas Gianluca Prestianni angeblich als „mono“ bezeichnet haben soll – ein spanischer Ausdruck für Affe, der als rassistische Beleidigung gilt. Der Vorfall führte zu einer zehnminütigen Spielunterbrechung, während sich die Situation auf dem Platz zunehmend verschärfte. Prestianni bestreitet die Vorwürfe, die UEFA hat Ermittlungen aufgenommen.

Kompany stellt sich eindeutig auf die Seite von Vinícius

Nachdem alle Fragen zum Bundesliga-Spiel des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt beantwortet waren, setzte Kompany zu einer eindringlichen und fast zwölfminütigen Stellungnahme an. „Wenn man sich die Szene ansieht, erkennt man deutlich, dass Vinis Reaktion nicht vorgetäuscht sein kann“, erklärte der Bayern-Trainer, der das Spiel live im Fernsehen verfolgt hatte. „Ich sehe keinen plausiblen Grund bei ihm, sich beim Schiedsrichter zu beschweren und damit all die negativen Konsequenzen auf sich zu nehmen.“

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Kompany verwies auch auf die Reaktion von Real Madrids Kylian Mbappé, der sich nach dem Spiel deutlich zu dem Vorfall geäußert hatte. „Kylian Mbappé bleibt normalerweise immer sehr ruhig und diplomatisch, aber auch er war sich in diesem Fall sicher und wurde ungewöhnlich deutlich – das spricht Bände“, so der Belgier. In seiner ausführlichen Erklärung erinnerte Kompany zudem an ähnliche rassistische Vorfälle gegen andere schwarze Fußballspieler und bezog auch persönliche Erfahrungen mit ein.

Schwere Vorwürfe gegen Benfica-Trainer José Mourinho

Besonders scharf kritisierte Kompany die Reaktion von Benfica-Trainer José Mourinho auf den Vorfall. Der Portugiese hatte im Nachgang des Spiels den Charakter von Vinícius infrage gestellt und ihm seinen Torjubel vor gegnerischen Fans vorgeworfen. „In puncto Führung ist das ein riesiger Fehler. Das ist etwas, was wir im modernen Fußball nicht akzeptieren sollten“, erklärte der Bayern-Coach mit Nachdruck.

Kompany kritisierte insbesondere Mourinhos Verweis auf den legendären Benfica-Spieler Eusébio, mit dem der Portugiese argumentiert hatte, bei Benfica könne kein Rassismus herrschen, weil der beste Spieler der Klubgeschichte schwarz gewesen sei. „Aber weiß José Mourinho wirklich, was schwarze Spieler in den 1960er-Jahren ertragen mussten?“, fragte Kompany rhetorisch. „Eusébio hat wahrscheinlich zehnmal mehr leisten müssen als andere Spieler seiner Zeit, um überhaupt ein wenig Respekt zu bekommen.“

Der Bayern-Trainer machte jedoch deutlich, dass er Mourinho nicht als Person verurteilen wolle, sondern dessen spezifische Reaktion auf den Rassismus-Vorfall kritisiere. „Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mit José Mourinho gearbeitet haben. Niemals habe ich gehört, dass jemand etwas Schlechtes über ihn als Mensch gesagt hätte. Alle Spieler, die unter ihm gespielt haben, schätzen ihn. Ich verstehe seine Persönlichkeit und dass er für sein Team kämpft“, so Kompany. „Aber ich weiß, was ich in dieser Situation gehört habe, und das war ein Fehler. Hoffentlich passiert so etwas nicht mehr und wir können gemeinsam nach vorne blicken.“

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Aussage gegen Aussage: UEFA ermittelt weiter

Im konkreten Fall zwischen Vinícius Junior und Gianluca Prestianni steht aktuell weiterhin Aussage gegen Aussage. Der argentinische Benfica-Spieler bestreitet die Vorwürfe nach wie vor entschieden, während die UEFA ihre Ermittlungen zu dem Vorfall fortsetzt. Das Rückspiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon findet am kommenden Mittwoch in der spanischen Hauptstadt statt und wird unter besonderer Beobachtung stehen.

Kompany betonte abschließend die Bedeutung von klaren Positionierungen gegen Rassismus im Fußball: „Wir müssen als Fußballgemeinschaft zusammenstehen und deutlich machen, dass solche Vorfälle keinen Platz in unserem Sport haben. Jeder Spieler hat das Recht, respektvoll behandelt zu werden – unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Hintergrund.“