Beim Testspiel des 1. FC Union Berlin gegen den Oberligisten FSV Optik Rathenow sorgte ein kurioser Platzverweis für Aufsehen. Livan Burcu (21), der sich nach einer starken Rückrunde in der vergangenen Saison für die Stammelf empfiehlt, traf beim 12:2-Kantersieg selbst, ehe er nach einem überharten Einsteigen zunächst die Gelbe Karte sah. In der Folge diskutierte der Linksaußen mit Schiedsrichter Nils Böhme (24, Ludwigsfelder FC) und verwies dabei auf den Testspielcharakter. Daraufhin schickte der Unparteiische Burcu vom Platz – allerdings ohne die Rote Karte zu zeigen.
Lustrinelli zeigt Unverständnis
Trainer Mauro Lustrinelli (50) zeigte sich verwundert über die Entscheidung: „Wir haben uns ausgetauscht, alles in Ordnung. Ich habe auch nicht verstanden, dass er eine Rote Karte bekommen hat. Der Schiri hat nicht mal die Rote Karte gezeigt.“ Böhme, der seit seinem 14. Lebensjahr Spiele leitet, ließ Gnade vor Recht walten, indem er auf eine formelle Karte verzichtete. Dennoch bleibt die Aktion rätselhaft.
Burcu will Verantwortung übernehmen
Über mangelnden Einsatz wird sich Lustrinelli bei Burcu nicht beklagen können. Zum Ende der vergangenen Spielzeit drehte das Union-Juwel auf. Mit seinem Traumtor beim 2:2 gegen Köln hatte Burcu entscheidenden Anteil am Klassenerhalt unter Interims-Chefin Marie-Louise Eta (34). Jetzt will der türkische Jugend-Nationalspieler den nächsten Schritt machen und sich unter Neu-Trainer Lustrinelli als Stammkraft durchsetzen. Burcu sagt: „Ich habe mir vorgenommen, eine gute Entwicklung zu nehmen. Mit dem Team dieses Jahr eine sehr erfolgreiche Saison zu spielen und mich persönlich immer weiterzuentwickeln. Dieses Jahr möchte ich auf jeden Fall mehr Verantwortung übernehmen.“
Neuer Spielstil kommt Burcu entgegen
Die Chancen auf mehr Einsatzzeit stehen gut. Der Schweizer Trainer setzt auf offensiven und attraktiven Fußball – ein Spielstil, der Burcu entgegenkommt. Unter Ex-Trainer Steffen Baumgart (54) wurde das Mittelfeld häufig mit langen Bällen überspielt. Lustrinelli will stattdessen mehr Ballbesitz und Kombinationen. Das bedeutet für Burcu: mehr Ballkontakte und mehr Möglichkeiten, seine Stärken auszuspielen. Dafür muss er aber 90 Minuten auf dem Platz bleiben – und kuriose Platzverweise vermeiden.



