Sony wird ab dem Jahr 2028 keine neuen Spiele mehr für seine Playstation-Konsolen auf physischen Datenträgern wie Blu-ray-Discs veröffentlichen. Das gab der japanische Elektronikkonzern am Montag bekannt. Neue Titel werden dann ausschließlich in digitaler Form, etwa zum Download aus dem hauseigenen Store, angeboten. Bereits veröffentlichte Spiele sowie alle bis 2028 erscheinenden Titel sollen weiterhin in allen Formaten erhältlich sein, betonte Sony.
Trend zum digitalen Vertrieb
Als Begründung für den Schritt verwies Sony auf das veränderte Nutzerverhalten. Immer mehr Spieler bevorzugten inzwischen rein digitale Vertriebswege. Nach aktuellen Zahlen wurden zuletzt rund 80 Prozent aller Spiele für die aktuelle Sony-Konsole PS5 in digitaler Form verkauft. Der Trend sei eindeutig, so ein Unternehmenssprecher.
Bereits das seit Jahren mit Spannung erwartete nächste Spiel aus der Reihe „Grand Theft Auto“, „GTA VI“, wird nur in digitaler Ausführung erscheinen. Selbst wer sich eine Box im Handel kauft, findet darin lediglich einen Download-Code vor – eine Disc sucht man vergeblich. Dies zeigt, dass der Siegeszug der Downloads auch bei den größten Spiele-Franchisen angekommen ist.
Gemischte Reaktionen der Gamer
Die Ankündigung stieß in der Gaming-Community auf geteilte Reaktionen. Viele Spieler schätzen an Discs die Möglichkeit, Spiele nach dem Durchspielen weiterzuverkaufen oder zu verleihen. Kritiker befürchten zudem, dass die vollständige Digitalisierung die Abhängigkeit von den Plattformbetreibern erhöht. „Wenn Spiele nur noch digital existieren, bestimmen Sony oder andere Anbieter, was wann verfügbar ist“, warnt ein Spieler im Online-Forum ResetEra.
Ein weiteres Beispiel für diese Abhängigkeit lieferte Sony gleich mit: Der Konzern kündigte an, bis Mitte 2025 die Download-Stores für die älteren Konsolen PS3 und PS Vita zu schließen. Damit werden zahlreiche Spiele, die nur dort erhältlich sind, für Neukunden nicht mehr zugänglich sein. Dies verdeutlicht, wie schnell digitale Titel verschwinden können, wenn der Betreiber den Stecker zieht.
Nintendo wählt Mittelweg
Der Konkurrent Nintendo verfolgt derweil eine abweichende Strategie. Bei einigen Titeln für die kommende Konsole Switch 2 enthält die traditionelle Spielkartusche nicht wie gewohnt das vollständige Spiel, sondern lediglich einen digitalen Schlüssel. Dieser berechtigt zum Herunterladen des Spiels aus dem Internet. Anders als bei reinen Downloads können die erworbenen Spiele in diesem System jedoch weitergegeben werden – ein Kompromiss zwischen physischem Besitz und digitaler Distribution.
Branchenexperten sehen in Sonys Schritt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Digitalisierung des Spielemarkts. Während Discs in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung verloren haben, könnte das Ende der physischen Formate bei Playstation auch andere Hersteller unter Zugzwang setzen. Microsoft etwa bietet bei seiner Xbox bereits eine rein digitale Konsole an, hält aber weiterhin an Discs für die Standardversion fest.



