Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 drastisch gesunken. Nach exklusiven Informationen, die BILD vorliegen, wurden von Januar bis Juni lediglich 39.646 Erstanträge gestellt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024, als noch 121.416 Anträge eingingen, entspricht dies einem Minus von 67 Prozent. Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2025 mit 61.336 Anträgen beträgt der Rückgang 35 Prozent.
Rückgang setzt sich bis Juni fort
Der Abwärtstrend hielt bis zum Ende des ersten Halbjahres an. Im Juni 2026 wurden nur noch 4.721 Asyl-Erstanträge registriert – eine deutliche Abnahme im Vergleich zu den Monaten zuvor. Diese Entwicklung untermauert die migrationspolitische Linie von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Der CSU-Politiker erklärte gegenüber BILD: „Kontrolle, Kurs und klare Kante zahlen sich aus: Wir haben mit konsequenter Steuerung die Migration neu geordnet. Diesen Kurs verfolgen wir entschlossen weiter.“
Europaweiter Trend bei irregulärer Migration
Der Rückgang in Deutschland fügt sich in einen europaweiten Trend ein. Nach Angaben von Frontex wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 knapp 39.000 irreguläre Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen festgestellt. Das sind fast 40 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings bilden die Asyl-Erstanträge nicht die gesamte Fluchtmigration ab: Ukrainische Schutzsuchende stellen aufgrund ihres EU-Sonderstatus in der Regel keinen Asylantrag und tauchen daher nicht in der Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf.
BAMF arbeitet Verfahren ab – Gerichte weiter belastet
Das BAMF hat die Bearbeitung anhängiger Asylverfahren fortgesetzt. Bis einschließlich Mai 2026 traf die Behörde bereits mehr als 100.000 Entscheidungen. Der Rückgang neuer Asylanträge bedeutet jedoch nicht automatisch eine Entlastung der Gerichte. Laut BILD vorliegenden Angaben wurde im Jahr 2025 mehr als die Hälfte aller BAMF-Entscheidungen beklagt. Dies deutet auf eine anhaltende Belastung der Justiz hin.



