Köln-Trainer Kwasniok erklärt Abstiegskampf mit Tennis-Analogie
Die Situation beim 1. FC Köln spitzt sich weiter zu. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund steht der Bundesligist tief im Abstiegskampf – und Trainer Lukas Kwasniok (44) brutal unter Druck. Vor dem entscheidenden Auswärtsspiel beim Hamburger SV (Samstag, 18.30 Uhr) kämpft der Coach um seinen Job und bedient sich dabei einer ungewöhnlichen Bildsprache.
„Wir sind im dritten Satz und es steht 0:1“
Kwasniok vergleicht die aktuelle Saison mit einem Tennismatch: „Im Leben geht es darum, zu kämpfen! Um in einer bildlichen Sprache zu sprechen, vergleiche ich das mit Tennis: Den ersten Satz in dieser Saison haben wir vielleicht 7:5 gewonnen“, erklärt der Trainer. Damit meint er den furiosen Start des FC Köln, der nach neun Spieltagen noch auf Platz neun stand und von einer sorgenfreien Saison träumte.
Doch nach dem 4:1-Sieg gegen den HSV Anfang November 2025 folgte die große Ernüchterung. Seitdem holte Köln aus 16 Spielen nur zwei Siege und rutschte immer tiefer in die Abstiegszone. „Den zweiten Satz haben wir 1:6 verloren“, so Kwasnioks nächster Vergleich.
Auf die BVB-Pleite und das Saisonfinale bezogen sagt der Coach: „Heute haben wir das erste Spiel des letzten Satzes verloren. Wir sind im dritten Satz und es steht 0:1. Aber die meisten wissen, dass es bis sechs geht. Wir sind in der Lage zurückzuschlagen.“
Druck vor dem HSV-Spiel
Die Niederlage gegen Dortmund hat die Situation weiter verschärft. Obwohl Köln 45 Minuten in Unterzahl kämpfte, ging das Spiel am Ende verloren. Nun steht das Auswärtsspiel in Hamburg an – und für Kwasniok geht es um alles. Verliert der Trainer, dessen Vertrag bis 2028 läuft, das Spiel beim HSV deutlich, droht ihm bereits das vorzeitige Aus beim FC Köln.
Kwasniok kündigt an, sich nicht unterkriegen zu lassen: „Ich habe das Gefühl, die Mannschaft ist unverwüstlich. Und der Dicke da vorne auch.“ Gemeint ist damit vermutlich Stürmer Davie Selke, der in der Offensive für Gefahr sorgen soll.
„Leute verfluchen mich“
Der Trainer zeigt sich der schwierigen Situation bewusst: „Auch wenn es aktuell für alle enttäuschend ist: Ich weiß, dass viele Leute zu Hause sitzen und uns, die Situation und vielleicht auch mich verfluchen“, gesteht Kwasniok. Doch er fügt entschlossen hinzu: „Aber hier sitzt jemand, der voller Überzeugung diese Mannschaft auch wieder aufrichten wird. Und nächste Woche in Hamburg werden wir wieder leidenschaftlichen Fußball spielen.“
Vor der Länderspielpause stehen mit Hamburg und Gladbach noch zwei Spiele gegen direkte Konkurrenten an. Für Kwasniok bedeutet jedes dieser Spiele eine Bewährungsprobe. Sein Tennis-Vergleich macht deutlich: Der dritte Satz hat gerade erst begonnen – und im Abstiegskampf geht es jetzt um jeden Punkt.



