Zäher Vertragspoker: Bayern und Laimer mit unterschiedlichen Vorstellungen
Der FC Bayern München steht vor einem schwierigen Verhandlungsmarathon mit Konrad Laimer. Der österreichische Nationalspieler, dessen Vertrag beim Rekordmeister noch bis Sommer 2027 läuft, soll vorzeitig verlängert werden. Doch die Gespräche sind ins Stocken geraten, wie Sportvorstand Max Eberl jetzt öffentlich einräumte.
Eberl bestätigt Verhandlungsstillstand
"Wir würden gerne mit Konny verlängern. Gespräche gab es, momentan ruht's", erklärte Max Eberl vor der Abreise zum Champions-League-Spiel in Bergamo. Der Bayern-Boss fügte hinzu: "Man hat Vorstellungen, wir haben Vorstellungen, die müssen zusammenpassen in irgendeiner Art und Weise. Das tun sie momentan nicht, aber das ist auch nicht schlimm." Diese Aussage deutet auf erhebliche Differenzen bei den finanziellen Vorstellungen hin.
Laimers wachsende Bedeutung und Wert
Konrad Laimer hat sich seit seinem ablösefreien Wechsel von RB Leipzig im Sommer 2023 zu einem unverzichtbaren Spieler im Bayern-Kader entwickelt. Ursprünglich als Sechser verpflichtet, hat sich der Österreicher mittlerweile als Rechtsverteidiger in der Startelf etabliert. Seine Flexibilität ist beeindruckend: Er kann bei Bedarf auch während des Spiels die Seiten wechseln und auf der linken Abwehrseite agieren.
Diese Anpassungsfähigkeit, kombiniert mit seinem außergewöhnlichen Spielverständnis und seiner physischen Präsenz, macht Laimer doppelt wertvoll für den FC Bayern. Teamkollege Thomas Müller sprach bereits im Frühjahr 2024 nach einem Champions-League-Spiel gegen Arsenal vom "Konni-Laimer-Feeling", als der Österreicher Martin Ødegaard "wie einen Hund gejagt hat".
Die zwei Trümpfe des Österreichers
Laimer und seine Berater von der Grünwalder Agentur "ROOF" gehen mit starken Argumenten in die Verhandlungen:
- Die Wertschätzung von Uli Hoeneß: Der Vereinspatron schätzt Spielertypen wie Laimer, die sich durch Laufbereitschaft, Einsatz und Opferbereitschaft auszeichnen. Ähnlich wie früher bei Hasan Salihamidžić hat Laimer damit einen Stein im Brett bei der Bayern-Legende.
- Finanzielle Spielräume: Die kostspieligen Vertragsverlängerungen der letzten 13 Monate bei Spielern wie Jamal Musiala, Joshua Kimmich, Alphonso Davies und Dayot Upamecano haben zwar Budgets beansprucht, doch gleichzeitig konnten mit dem Abgang von Top-Verdienern wie Thomas Müller, Kingsley Coman und Leroy Sané im Sommer 2025 erhebliche Gehaltslasten abgebaut werden.
Der perfekte Zeitpunkt für Laimer
Ende Mai wird Konrad Laimer 28 Jahre alt, was diesen Vertrag wahrscheinlich zum letzten und finanziell lukrativsten seiner Karriere macht. Seine konstant guten bis sehr guten Leistungen rechtfertigen aus seiner Sicht eine bessere Entlohnung. Die Agentur "ROOF", die auch Bayern-Profis wie Serge Gnabry, Leon Goretzka und Jonas Urbig betreut, kennt die Gehaltsstrukturen im Verein genau und wird diese Kenntnisse in die Verhandlungen einbringen.
Offene Fragen im Hintergrund
Während die Verhandlungen mit Laimer stocken, schwebt über allem die Frage nach der Zukunft von Kapitän Manuel Neuer. Der 39-jährige Torhüter muss noch über eine Fortsetzung seiner Karriere entscheiden. Diese Entscheidung könnte erheblichen Einfluss auf die Verhandlungsstrategie der Bayern-Bosse im Fall Laimer haben. Sollte Neuer weiterhin das hohe Gehalt eines Topstars beziehen, bliebe weniger Spielraum für andere Vertragsverlängerungen.
Die Parallele zum zähen Poker um die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano liegt nahe, während andere Verlängerungen wie die von Serge Gnabry zu leistungsbezogenerem Salär bis 2028 relativ geräuschlos verliefen. Der Weg zu einer Einigung mit Laimer könnte sich ziehen – ähnlich wie der anstrengende Fußweg in die Città Alta von Bergamo, wo die Bayern ihr Champions-League-Spiel bestreiten.



