Vermummte stören Landesklasse-Spiel in Thüringen
Am Samstag geriet ein Fußballspiel der Landesklasse in Thüringen aus den Fugen. Während der Partie zwischen dem SC 1918 Großengottern und Eintracht Sondershausen (7. Liga) erschien kurz vor der Halbzeitpause eine Gruppe von 15 bis 20 vermummten Personen am Spielfeldrand. Aus noch ungeklärten Gründen kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den Anhängern der Gästemannschaft.
Die Polizei Nordhausen berichtet, dass die Vermummten unvermittelt auf die Fans von Eintracht Sondershausen losgingen. Dabei wurde auch ein Spieler der Gäste verletzt. Nach Angaben der Polizei geriet er „ungewollt in das Geschehen“. Der betroffene Spieler schilderte der Thüringischen Landeszeitung: „Mir geht es gut. Es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert. Der Schiedsrichter hat zur Halbzeit gepfiffen und wir wollten eigentlich in die Kabine, und da habe ich es im Augenwinkel wahrgenommen, dass da welche auf unsere Fans los sind. Dann bin ich mit hin und wollte schlichten, dabei habe ich eine abbekommen.“
Mit blutender Nase und unter Schock begab sich der Spieler zunächst in die Kabine. Zur zweiten Halbzeit stand er jedoch wieder auf dem Platz und half seiner Mannschaft, das Spiel mit 4:2 zu gewinnen. Damit sicherte sich Eintracht Sondershausen die Vizemeisterschaft.
Nach der Auseinandersetzung flüchteten die Vermummten mit mehreren Fahrzeugen. Als die Polizei am Sportplatz eintraf, waren die mutmaßlichen Täter bereits verschwunden. Auch viele Sondershäuser Fans hatten den Ort des Geschehens verlassen.
Die Polizei wertet nun Videoaufnahmen von Zeugen aus, die die Vorfälle gefilmt haben. Zudem wird geprüft, ob Sondershäuser Fans bei den Angriffen beraubt wurden. Laut Informationen der Thüringischen Landeszeitung sollen hinter dem Angriff Teile der Fanszene von Rot-Weiß Erfurt stecken. Eine offizielle Bestätigung der Polizei liegt dazu noch nicht vor.
Trotz der Tumulte wurde die Partie fortgesetzt und endete mit einem 4:2-Sieg für Eintracht Sondershausen. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.



